Titel-Dreikampf Bayern mit Psychotricks und Effenberg
Hamburg - Mit markigen Sprüchen heizten die Vereinsfunktionäre vor dem Bundesliga-Saisonfinale am Samstag die brisante Stimmung zusätzlich an. Den Aussagen von Bayern-Vizepräsident Rummenigge, wonach den Dortmundern in den vergangenen Wochen durch falsche Schiedsrichterentscheidungen fünf Punkte geschenkt worden seien, trat BVB-Manager Michael Meier verärgert entgegen: "Das ist ein plumper Versuch, die Leistung eines Vereins zu diskreditieren. Keiner scheint uns den Erfolg zu gönnen. So macht es keinen Spaß mehr."
Auch Matthias Sammer reagierte auf den Angriff aus München verärgert. "Was jetzt gegen uns versucht wird, ist nicht in Ordnung. Uns wurden in dieser Spielzeit vier reguläre Tore aberkannt. Aber wir haben die Ruhe bewahrt, weil ich glaube, dass sich in einer langen Saison alles ausgleicht", sagte der Coach der Zeitung "Ruhr-Nachrichten".
Unterdessen forderte Rummenigge den DFB auf, bei der Planung des kommenden Wochenendes besondere Sorgfalt walten zu lassen: "Ich hoffe, dass der DFB einen starken Schiedsrichter nach Dortmund schickt. Einen, der nicht auf die Fallsucht der Borussen reinfällt. Der Druck auf den Unparteiischen wird auch am Samstag in Dortmund unglaublich werden."
"Alles Nervensache"
Für BVB-Präsident Gerd Niebaum kommen diese Psychotricks nicht überraschend. "Wenn wir den Titel wirklich schaffen, werden daran einige herummäkeln: Leverkusen sei eigentlich der verdiente Meister. Aber im Endkampf ist alles reine Nervensache, und da sind wir bisher besser gewesen. Wir stehen nach 33 Spieltagen ja nicht allein durch Glück an der Spitze", sagte Niebaum.
Der Erzrivale aus München, derzeit mit zwei Punkten Rückstand hinter Dortmund und Leverkusen auf Tabellenplatz drei, mobilisiert vor dem Saisonfinale gegen Hansa Rostock alle Kräfte und setzt dabei sogar auf seinen eigentlich schon ausgemusterten Kapitän. "Ich bin mir sicher, dass Stefan Effenberg und unsere Mannschaft am kommenden Samstag mit letztem Ehrgeiz unsere Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung wahren, so dass wir zusammen doch noch einen Saisonabschluss feiern können, so wie unsere Fans und wir uns das wünschen", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld.
Nach seiner umstrittenen Wortmeldung zum Thema Arbeitslosigkeit war Effenberg, der die Bayern ohnehin zum Saisonende verlässt, zuletzt nicht mehr zum Einsatz gekommen. Doch das zählt angesichts der wieder realistisch gewordenen Titelträume nicht mehr. "Für die unglücklichen Äußerungen vor einigen Wochen hat Stefan inzwischen zwei Bundesligaspiele pausieren müssen. Damit muss und ist das Thema für mich nun aber erledigt", so Hitzfeld.