Titelkampf: Bayern wollen Bremen Nervosität einreden - DER SPIEGEL
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Titelkampf Bayern wollen Bremen Nervosität einreden

Die Entscheidung wird am Samstag auf dem Platz fallen. Doch vor dem Topduell im Münchner Olympiastadion gegen Spitzenreiter Bremen lassen die Bayern-Profis nichts unversucht, den Kontrahenten nervös zu machen. Insbesondere FCB-Kapitän Oliver Kahn übt sich in psychologischer Kriegsführung.
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München - "Vielleicht sind unsere Spieler nervlich etwas gefestigter als eine Mannschaft wie Bremen, die weiß, dass es vielleicht eine einmalige Chance ist, deutscher Meister zu werden", sagte Kahn der "Sport-Bild". Bayern-Spielmacher Michael Ballack schlug in die gleiche Kerbe. "Der Druck auf den Führenden ist größer als auf den Verfolger. Der Führende hat mehr zu verlieren", urteilte der Nationalspieler, "die Bremer haben in den letzten Wochen mehrmals die Chance gehabt, die Meisterschaft zu entscheiden. Das haben sie nicht geschafft, sie haben Nerven gezeigt."

Ob Ballack jedoch am Samstag im Duell des Tabellenführers gegen den direkten Verfolger auflaufen kann, ist nicht sicher. Der Mittelfeldspieler, der an einer Sehnenreizung im rechten Knie und einer Prellung am Schienbein leidet, durfte heute immerhin schon wieder mit der Mannschaft trainieren. Bixente Lizarazu konnte wegen Rückenbeschwerden nicht voll trainieren. Auch der Einsatz des Münchner Goalgetters Roy Makaay ist gefährdet. Dem Niederländer, der diese Saison bereits 22 Bundesligatore für den Titelverteidiger erzielen konnte, macht eine Grippe zu schaffen. "Wir müssen die letzten Stunden am Samstag abwarten", sagte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld.

Kahn will auch nach 2006 noch spielen

"Man merkt die Anspannung. Das Spiel ist vergleichbar mit einer Champions-League-Begegnung", sagte Ballack, "wir wollen das Spiel gewinnen, wir spielen zu Hause. Egal mit welchen Mitteln - wir wollen uns Respekt verschaffen. Härte gehört dazu." Vor dem seit Wochen ausverkauften Bundesliga-Schlager hat Bremen sechs Punkte Vorsprung auf die Münchner, drei Spieltage stehen noch an. "Man tut so, als wäre man ganz cool, als würde man das alles nicht überbewerten. In Wirklichkeit sieht das schon ganz anders aus. Wer möchte schon eine sicher geglaubte Meisterschaft verlieren? Und dann noch gegen den Erzfeind Bayern", fügte Kahn hinzu.

Hitzfeld glaubt daran, dass sein Meisterteam die Bremer noch abfangen kann. "Ich spüre schon lange, dass in der Mannschaft wieder das Feuer da ist, und der Glaube an den Titel zurückgekehrt ist", sagte er dem TV-Sender Premiere, "Bremen wurde von allen Beteiligten schon frühzeitig als Meister gefeiert, nur wir haben noch an unsere Möglichkeiten geglaubt und darum gekämpft. Wir wollen nun beweisen, dass wir berechtigterweise noch Deutscher Meister werden können."

Kahn versucht für zusätzliche Motivation bei seinen Mitspielern zu sorgen, indem er ankündigte, seinen 2006 auslaufenden Vertrag entgegen früherer Aussagen nun doch eventuell verlängern zu wollen. "Vielleicht spiele ich noch zwei, drei Jahre länger. Körperlich kann ich noch lange Fußball spielen", sagte der 34 Jahre alte Nationaltorwart, "wieso soll ich nicht bis 2008 beim FC Bayern spielen? Wieso soll ich nicht zwei Jahre dranhängen?" Gleichzeitig unterstrich Kahn aber sein Interesse an der Nachfolge von Uli Hoeneß: "Der Managerposten ist schon eine reizvolle Aufgabe."