Torhüter-Rotation Kahn kritisiert Klinsmann
München - "Ein Torhüter, der permanent ein- und ausgewechselt wird, kann sich nicht steigern. Das ist für den Rhythmus eines Torhüters nicht gut", sagte der 36-Jährige der "Sport Bild". Generell habe er zwar keine Probleme mit dem ständigen Wechsel mit Jens Lehmann (FC Arsenal) und dem dritten Torwart Timo Hildebrand vom VfB Stuttgart. Wenn allerdings immer wieder ein anderer Schlussmann eingesetzt werde, sei das "nicht optimal", erklärte Kahn. "Als Torhüter muss man wissen, was die Vorderleute machen. Und die müssen wissen: Wie reagiert eigentlich der Torhüter bei bestimmten Spielsituationen?"
Aus Kahns Sicht besteht deshalb überhaupt kein Anlass, mit Blick auf die WM 2006 in Deutschland einen anderen Torwart als ihn selbst zu testen. "Ich habe immer gezeigt, dass auf mich Verlass ist, und man weiß, dass ich gerade bei großen Turnieren Top-Leistungen abrufe", sagte der Kapitän des FC Bayern. Auch die von Klinsmann verordnete offensive Spielweise ist laut Kahn nicht der Weisheit letzter Schluss. "Immer nur nach vorne spielen birgt die Gefahr, die Bälle auch zu verlieren und in schnelle Konter zu laufen. Und das wird von Top-Mannschaften gnadenlos ausgenutzt", sagte er. Der DFB-Auswahl fehle es zudem in bestimmten Spielsituationen noch an Cleverness.
Insgesamt sieht Kahn die Nationalelf 309 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel am 9. Juni in München jedoch auf einem guten Weg. "Mittlerweile haben wir das Potential, jedes Spiel, auch gegen Große, gewinnen zu können. Ich bin sehr zuversichtlich", sagte er. Wenn es auch bei der WM gelinge, eine Stimmung wie beim Könföderationen-Cup zu entfachen, "dann wird uns das sicherlich durch das Turnier tragen".