Torwartstreit: Völler warnt Lehmann - DER SPIEGEL
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Torwartstreit Völler warnt Lehmann

In der verbalen Auseinandersetzung zwischen den Nationaltorhütern Oliver Kahn und Jens Lehmann hat sich DFB-Teamchef Rudi Völler eindeutig hinter den Bayern-Keeper gestellt. Mit Lehmann will sich Völler in den nächsten Wochen zu einem Gespräch treffen.
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München - Völler hat Lehmanns EM-Teilnahme von dessen Verhalten in nächster Zeit abhängig gemacht. "Das hängt natürlich auch ein bisschen von Jens ab", sagte Völler in einem ZDF-Interview am Samstag auf die Frage nach der Torhüter-Konstellation bei der Europameisterschaft in Portugal. Laut Völler ist sein weiteres Vorgehen mit dem Ergebnis des geplanten Gesprächs zwischen dem Teamchef und dem Torhüter von Arsenal London verknüpft.

Gleichzeitig stellte Völler sich eindeutig hinter Kahn. "Einen Torwart wie den Oliver Kahn in die Diskussion zu bringen, ist Blödsinn", betonte der Teamchef. Man könne froh sein, "dass wir so einen Weltklasse-Torhüter haben". Im Verlaufe der vergangenen Woche hatte Lehmann mit auch Kahns Privatleben betreffenden Äußerungen für Wirbel gesorgt. Für einen Teil der Aussagen hat Lehmann sich inzwischen entschuldigt.

Zu dem Streit war es nach dem Freundschaftsländerspiel zwischen Kroatien und der DFB-Auswahl (1:2) gekommen, nachdem sich Kahn trotz einer Rückenverletzung nicht hatte auswechseln lassen, was Lehmann offensichtlich erzürnte und zu den negativen Äußerungen über seinen Rivalen führte. Wegen der Verletzung musste Kahn beim Bundesligaspiel gegen den HSV pausieren, doch zum Champions-League-Achtelfinale am kommenden Dienstag gegen Real Madrid will der Torhüter wieder zwischen den Pfosten stehen.

Mit Unverständnis reagierte Lehmann auf Franz Beckenbauers Forderung nach Konsequenzen. "Ich weiß nicht, warum Franz Beckenbauer mich aus der Mannschaft haben will. Ich habe nichts Schlimmes gesagt, habe niemanden beleidigt", sagte er dem englischen "Guardian". Kahn wollte sich am Wochenende zum Konflikt mit Lehmann nicht mehr äußern.

Kahn ist überzeugt davon, mit dem Verzicht auf eine Auswechslung im Länderspiel richtig gehandelt zu haben. "Wenn keiner mir den Kopf runter geschlagen hat, warum soll ich dann vom Platz gehen", fragte er. Hitzfeld sah das anders: "In einem Freundschaftsspiel muss man nicht auf die Zähne beißen."