Trainer-Aus: Kaiserslautern trennt sich von Jara - DER SPIEGEL
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Trainer-Aus Kaiserslautern trennt sich von Jara

Sieben Spieltage vor Saisonende ist die Amtszeit von Kurt Jara beim 1. FC Kaiserslautern vorbei. Nachdem der Trainer seinem Team mitgeteilt hatte, er werde zum Saisonende aufhören, legte ihm der Club die sofortige Vertragsauflösung nahe. Vorerst übernimmt der Amateurtrainer, aber prominente Ex-Kicker stehen für den Job Schlange.
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Hamburg - Wie SPIEGEL ONLINE erfuhr, hatte Jara heute nach dem Vormittagstraining der Mannschaft erklärt, den Verein am Saisonende zu verlassen. Nachdem Jara dann Clubchef René C. Jäggi über seine Entscheidung informiert hatte, fiel in einem Gespräch der beiden kurz darauf die Entscheidung, sich sofort zu trennen.

"Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dieser Personal-Entscheidung bei der Mannschaft die Spannung in den verbleibenden sieben Spielen aufrechterhalten, die erforderlich ist, um die Zielsetzung UI-Cup-Qualifikation weiter im Auge zu haben", begründete Jäggi die Trennung und machte gleichzeitig klar, dass der FCK für die kommende Saison einen neuen Coach verpflichten werde. Vorerst wird Amateurcoach Hans-Werner Moser die Mannschaft trainieren.

Wer der neue Trainer sein wird, scheint derzeit völlig offen. Als Jara im Oktober des vergangenen Jahres schon kurz vor der Entlassung stand, wurde Werner Lorant als heißer Kandidat gehandelt. Ex-Profi Mario Basler hatte sich zuletzt selbst angeboten. Möglich ist auch eine Verpflichtung der früheren Lauterer Publikumslieblinge Klaus Toppmöller (zuletzt Hamburger SV) und Bruno Labbadia - der Trainer des Regionalligisten Darmstadt 98 verhandelt aktuell mit seinem Verein um einen neuen Vertrag.

Jäggi hatte mit der vorzeitigen Trennung von Jara nicht gerechnet. "Wir haben letztendlich den von Kurt Jara geäußerten Wunsch akzeptiert, weil dieser Weg für alle Beteiligten als der beste erschien. Nachdem beide Seiten in vielerlei Hinsicht eigentlich schon Einigung über eine weitere Zusammenarbeit erzielt hatten, kam die aktuelle Entwicklung für den Verein nun doch sehr überraschend", sagte der Schweizer.

In Lautern nie richtig akzeptiert

"Ich habe mich dazu entschlossen, das vom FCK unterbreitete, auch in finanzieller Hinsicht faire Angebot, nicht anzunehmen. Es gibt verschiedene Aspekte, die ein Arbeiten in der Form, die mir vorschwebt, in der Zukunft nicht möglich machen", begründete Jara seinen vorzeitigen Abschied.

Wie aus Vereinskreisen verlautete, sei einer der Gründe für den Weggang Jaras das zerrüttete Verhältnis zwischen Jara und den Lauterer Fans. Er sei in Kaiserslautern nie richtig akzeptiert worden, sagte der Trainer nach Informationen von SPIEGEL ONLINE. Offiziell wollte er aber davon nichts wissen: "Die Fans haben damit gar nichts zu tun. Von denen bin ich bei meiner Arbeit auch sehr unterstützt worden."

Eine besondere Rolle für die Entscheidung des Coaches spielte offenbar auch Mittelfeldspieler Ciriaco Sforza. Nach der Heimniederlage der Pfälzer gegen Hannover 96 am vergangenen Wochenende hatte Jara nach Schmährufen von der Tribüne seinem Frust freien Lauf gelassen und war mit dem Führungsspieler hart ins Gericht gegangen. "Für uns ist der UI-Cup das höchste der Gefühle. Aber speziell ein Spieler spricht immer wieder vom Uefa-Cup. Dann muss er aber auch die entsprechende Leistung zeigen, sich zerreißen und nicht so was abliefern. Die Leute sollten für ihren Unmut den Richtigen ausmachen", so Jara. Sforza hatte in den vergangenen Wochen stets vom Erreichen des Uefa-Cups gesprochen - und somit den Druck auf den Coach erhöht.

Christian Gödecke