Trainer-Umfrage Bayern wird wieder Meister
Düsseldorf - Bei der Umfrage unter den 18 Bundesliga-Trainern entfielen insgesamt 16 Stimmen auf Titelverteidiger Bayern München. Die Trainer machten jedoch von der Möglichkeit der Mehrfachnennung Gebrauch: So gibt es sieben Titelaspiranten - mehr als je zuvor.
Härtester Konkurrent bleibt nach Ansicht der Experten Bayer Leverkusen (11 Stimmen) vor dem HSV (6), Borussia Dortmund (3), dem 1. FC Kaiserslautern, TSV 1860 München (je 2) sowie Hertha BSC Berlin (1). Matthias Sammer von Borussia Dortmund und Ewald Lienen vom 1. FC Köln gaben keine Stimme ab.
"Der Meister wird aus demselben Kreis ermittelt wie im Vorjahr. Aber wie in jeder Saison wird es ein Überraschungsteam geben. Die Spitze wird breiter sein", meinte Leverkusens Coach Christoph Daum und gab damit die vorherrschende Meinung der Gilde wider.
"Wir werden am Ende wieder auf Platz eins stehen", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld selbstbewusst. Der Meistercoach zählt aber Leverkusen, den HSV, Dortmund und den Lokalrivalen 1860 zum "erweiterten Kreis" der Titelanwärter. Auch Otto Rehhagel (1. FC Kaiserslautern), Ralf Rangnick (VfB Stuttgart), Lorenz-Günther Köstner (SpVgg Unterhaching), Felix Magath (Eintracht Frankfurt), Andreas Zachhuber (Hansa Rostock) und Eduard Geyer (Energie Cottbus) sehen die Bayern als eindeutigen Favoriten. Auf die Frage, was für die Münchner spreche, sagte Rangnick kurz und prägnant: "Alles".
"Löwen"-Trainer Werner Lorant hält derlei Tipps zwar für "Kokolores", geht wie Volker Finke (SC Freiburg) und Ralf Zumdick (VfL Bochum) aber von einem Duell zwischen Bayern und Bayer aus.
Fast alle Fußball-Lehrer rechnen angesichts der Ausgeglichenheit auch mit einem heftigen Gerangel um die begehrten Europacup-Ränge und die sicheren Plätze dahinter. Etwa die Hälfte der Liga schielt unverhohlen auf einen Platz unter den ersten Sechs, der Rest will wie Lorant "so schnell wie möglich 40 Punkte", um sich erst mal abzusichern. Die Frage nach den Teams, die in den Abstiegsstrudel geraten könnten, blieb wie immer weitgehend unbeantwortet. Einzige Ausnahme ist Tiefstapler Felix Magath: "Viele werden gegen den Abstieg kämpfen, dazu gehört auch Eintracht Frankfurt."
Einen für ihn typischen Beitrag zur Meister-Umfrage leistete Ewald Lienen: "Vielleicht sollte man im Zuge der überfälligen Änderung der deutschen Fußball-Philosophie über diese rein Ergebnis orientierte Fragestellung nachdenken", philosophierte der Kölner Coach und fügte hinzu: "Es kommt darauf an, dem Publikum guten, attraktiven Fußball zu präsentieren, und nicht über Sieger und Verlierer nachzudenken."