Transferreform: Wer klagt als erster? - DER SPIEGEL
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Transferreform Wer klagt als erster?

Das neue Transfersystem im Profifußball sorgt weiter für Aufregung. Gerichtliche Klagen gegen die umstrittene Kompromisslösung werden immer wahrscheinlicher.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dortmund - "Was dabei nach so langer Zeit noch herausgekommen ist, bietet ein sehr großes Potenzial für gerichtliche Schritte", erklärte Michael Meier, Manager des Bundesligaspitzenreiters Borussia Dortmund, in einem Interview mit dem "Handelsblatt".

Meier sieht als Konsequenz der Brüsseler Beschlüsse viele rechtliche Fragen und Probleme auf die beteiligten Verbände, Vereine und die EU-Kommission zukommen. Doch gravierende Auswirkungen wie beim Bosman-Urteil erwartet BVB-Funktionär Meier nicht. "Bislang ist jedenfalls keine Revolution ausgebrochen."

"Der Ansatz war völlig aberwitzig"

Insgesamt, kritisiert Meier, sei das Transferwesen nicht regelungsbedürftig gewesen. "Der Ansatz war völlig aberwitzig." Zudem böten die Beschlüsse weniger Sicherheit als gemeinhin angenommen werde, betonte er. So könne etwa ein 28-jähriger Fußballprofi nicht mehr die Sicherheit eines langfristigen Vertrages genießen, da der Kontrakt bereits nach zwei Jahren vom Verein gekündigt werden darf.

Die internationale Spielergewerkschaft Fifpro hatte bereits mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gedroht. Die Fifpro sprach in Hinblick auf die neuen Bestimmungen von "einem schwarzen Tag für den europäischen Sport und die Fußballer", weil Profis "leider nicht den gleichen sozialen Schutz wie andere Arbeitnehmer genießen".

Wann tritt das neue Transfersystem in Kraft?

Allerdings ist derzeit noch gar nicht klar, wann das geänderte Transfersystem in Kraft treten wird. Der Vorstandsvorsitzende des Ligaverbandes, Wilfried Straub, ist "eher skeptisch", dass die Umsetzung, wie von der EU angestrebt, schon zur kommenden Saison erfolgen kann.

Beim Fußballweltverband Fifa gebe es, so Straub, jetzt dringenden Handlungsbedarf, um den Vereinen Planungssicherheit zu verschaffen. "Der Kompromiss ist ein Rahmen, der vieles offen lässt." Zu klären sei der gesamte Komplex des Schiedsgerichtes, das sich mit Sanktionen bei Rechtsverstößen befassen soll. Nach der Vereinbarung von Montagnacht sollen Vertragsbrüche mit Geldstrafen und Sperren geahndet werden.