Transferstreit Bundesliga droht der EU
Nürnberg - Vor der möglicherweise vorentscheidenden Beratung am Freitag in Brüssel zwischen Vertretern des Weltfußballverbandes Fifa, seiner europäischen Tochter Uefa und der Europäischen Union (EU), haben 17 der 18 deutschen Eliteclubs zivilrechtliche Schritte für den Fall angekündigt, dass die EU den Spielern ein einseitiges Kündigungsrecht einräumt. Das ergab eine Umfrage des Fußballmagazins "Kicker".
Mit Ausnahme des 1. FC Köln sind demnach alle Erstligisten bereit, sich dem Votum der G 14-Mitglieder Bayern München und Borussia Dortmund anzuschließen. Kölns Manager Hannes Linßen wollte dazu "noch nichts sagen". Sein Leverkusener Kollege Reiner Calmund vertritt dagegen eine klare Position: "Wir sind bereit, in jede Auseinandersetzung zu gehen, und das mit allen Konsequenzen."
FIFPro-Vorschlag mehrheitlich akzeptiert
Zwölf der 16 vom "Kicker" befragten Vereine würden die von den internationalen Verbänden und FIFPro (Weltverband der Spieler-Gewerkschaften) vorgeschlagene dreijährige Vertragsdauer ohne Kündigungsrecht für Profis bis zum 28. Lebensjahr akzeptieren. Vier antworteten auch in dieser Frage mit einem klaren Nein.
14 der befragten Bundesligisten votieren gegen die Einführung der so genannten "15-Prozent-Regelung", nach der ein Profi künftig am Saisonende ohne Ablöse wechseln darf, wenn er in der laufenden Spielzeit in weniger als 15 Prozent der Begegnungen eingesetzt wurde.
Fifa und Uefa hatten sich bei einem Spitzengespräch am Mittwoch in Brüssel zusammen mit der EU-Kommission darauf verständigt, dass in den kommenden zwei Wochen ein Kompromiss gefunden werden muss.