Trauer beim HSV: Bye bye Europa - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Trauer beim HSV Bye bye Europa

Ein kurzes Aufbäumen reichte nicht aus: Am 4. Spieltag der Champions League offenbarte der Hamburger SV gegen den FC Porto all seine Schwächen und verlor zum vierten Mal. Neben dem Weiterkommen in der Königsklasse hat der HSV auch den Einzug in den Uefa-Cup verspielt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der Hamburger SV hat sich auf der europäischen Fußball- Bühne blamiert. Nach dem 1:3 (0:1) gegen den FC Porto kann sich die Mannschaft von Thomas Doll nach dem torlosen Unentschieden zwischen den Gruppengegnern FC Arsenal und ZSKA Moskau nicht einmal mit der Teilnahme am Uefa-Cup trösten. Lucho Gonzalez (44.), Lisandro Lopez (61.) und Bruno Moraes (87.) sorgten mit ihren Treffern für den verdienten Erfolg der Portugiesen. Das Anschlusstor von HSV-Kapitän Rafael van der Vaart (62.) vor 51.000 Zuschauern in der AOL-Arena war trotz einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte zu wenig. Damit sind die verbleibenden Spiele in Gruppe G beim FC Arsenal (21. November) und gegen ZSKA Moskau (6. Dezember) für den HSV bedeutungslos. Es geht nur noch um die von der Uefa ausgeschütteten Siegprämien.

"Wenn man vier Niederlagen in vier Spielen kassiert, muss man klipp und klar sagen: Wir haben da einfach nichts zu suchen", sagte der zerknirschte HSV-Trainer Thomas Doll. "Das ist einfach zu wenig, was wir gezeigt haben, das haben wir uns selbst zuzuschreiben." Sportchef Dietmar Beiersdorfer setzt nach dem Aus in der Champions League und im DFB-Pokal auf die Bundesliga: "Jetzt müssen wir da an Boden gewinnen. Da ist noch nichts verloren." Zur Zeit steht der HSV mit 9 Punkten auf Platz 15 der Tabelle.

Genau wie im Hinspiel vor zwei Wochen wurde der HSV kurz vor der Pause von den Portugiesen kalt erwischt. Nach einem Fehlpass von Timothee Atouba konnte Ricardo Quaresma von der rechten Seite in den Strafraum flanken. Die Kopfballabwehr von Joris Mathijsen landete genau bei Lucho Gonzalez, der per Direktabnahme unhaltbar für HSV-Torwart Sascha Kirschstein erfolgreich war. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Hamburger nach einer völlig verschlafenen Anfangsphase gerade etwas gefangen und sogar zwei Mal durch Danijel Ljuboja die Chance zur Führung gehabt.

Doch der Serbe, der nach seinem verpatzten Auftritt vor zwei Wochen in Portugal eine Bewährungschance erhielt und überraschend Paolo Guerrero aus der Startelf verdrängte, scheiterte zunächst mit einem Kopfball an Portos Keeper Helton (20.) und traf später freistehend aus Nahdistanz den Ball nicht richtig (40.). Insgesamt allerdings wirkten die Hanseaten erneut verunsichert und uninspiriert. Auch van der Vaart konnte bei seinem Champions-League- Debüt für den HSV zunächst keine Akzente setzen.

Allerdings ließen die gut organisierten Gäste den HSV auch kaum ins Spiel kommen. Nach dem Seitenwechsel hatten die Portugiesen erneut mehr vom Spiel. Nach einer Hereingabe von Quaresma traf der allein gelassene Lisandro Lopez aus fünf Metern zum 0:2. Doch im direkten Gegenzug erzielte van der Vaart per Kopf sein 15. Europapokal-Tor. Endlich erwachte der HSV - für kurze Zeit. Der für den schwachen Atouba eingewechselte HSV-Stürmer Besart Berisha traf eine Minute nach seiner Hereinnahme nur den Pfosten (66.). Doch vier Minuten vor dem Ende zerstörte Moraes die letzten Hoffnungen der Hanseaten.

Hamburger SV - FC Porto 1:3 (0:1)
0:1 Lucho Gonzalez (44.)
0:2 Lisandro Lopez (61.)
1:2 van der Vaart (62.)
1:3 Bruno Moraes (87.)
Hamburg: Kirschstein - Mahdavikia, Kompany (70. Klingbeil), Mathijsen, Atouba (65. Berisha) - Feilhaber - Trochowski, Sorin - van der Vaart - Ljuboja (58. Guerrero), Sanogo
Porto: Helton - Bosingwa, Pepe, Bruno Alves, Fucile - Lucho Gonzalez, Paulo Assuncao, Raul Meireles (90.+2 Cech) - Quaresma, Helder Postiga (70. Bruno Moraes), Lisandro Lopez (82. Jorginho)
Schiedsrichter: Laurent Duhamel (Frankreich)
Zuschauer: 51.000
Gelbe Karten: van der Vaart / Raul Meireles, Bruno Moraes

all/dpa

Mehr lesen über