Trauer um eine Fußball-Legende: Der Erfinder des Fallrückziehers ist tot - DER SPIEGEL
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Trauer um eine Fußball-Legende Der Erfinder des Fallrückziehers ist tot

Der Brasilianer Leonidas da Silva, Spitzname der "schwarze Diamant", ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Viele seiner Landsleute hielten den Torjäger sogar für besser als Pelé.
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Rio de Janeiro - Brasilien trauert um Leonidas da Silva. Der "schwarze Diamant", der als Erfinder des Fallrückziehers gilt, starb gestern in Sao Paulo. Der frühere Stürmer, der an der Alzheimer-Krankheit litt, hatte seit zehn Jahren in einer Klinik gelegen. Nach Auskunft von Familienmitgliedern soll Leonidas heute beigesetzt werden.

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"Mit dem Tod von Leonidas verliert Brasilien den Pionier unserer Weltklassestürmer. Ohne ihn hätte es Pelé oder Zizinho vielleicht gar nicht gegeben", sagte der heutige Nationalcoach Carlos Alberto Parreira, der Leonidas persönlich kannte. Für viele, die ihn in den dreißiger und vierziger Jahren spielen sahen, war Leonidas sogar besser als Pelé.

Schreck aller Torhüter


"Leonidas war meistens überhaupt nicht zu bremsen, der Schreck aller Torhüter. Er wurde aber nicht so bekannt, weil es damals kein Fernsehen und längst nicht so viel Marketing gab", sagte zum Oberdan Catani, der als Torwart mehrfach gegen Leonidas spielte. Der angesehene Journalist Luiz Mendes vom TV-Riesen "Globo" glaubt, dass "Leonidas sicher nicht schlechter als Pelé war".

Der am 6. September 1913 in einem Armenviertel Sao Paulos geborene Leonidas spielte in seinem Heimatland unter anderem für die Spitzenteams FC Sao Paulo, Botafogo, Vasco und Flamengo sowie in Uruguay für Penarol Montevideo. Bei der Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich war er mit acht Treffern bester Torschütze des Turniers. Unvergessen bleiben seine vier Tore beim 6:5-Erfolg im Spiel gegen Polen, in dem er zeitweise barfuß spielte. Nie richtig geklärt wurde allerdings, weshalb er damals im Halbfinale gegen Italien für das Endspiel geschont wurde. Ohne seinen besten Spieler, der ebenso trickreich und elegant wie kämpferisch agierte, unterlag Brasilien mit 1:2.

Leonidas gewann zwölf Meistertitel und schoss in 20 Jahren (zwischen 1931 und 1950) Hunderte von Toren. Der "Gummi-Mann", wie Leonidas wegen seiner Geschmeidigkeit auf dem Platz auch genannt wurde, trug zur Abschaffung vieler Vorurteile gegen Schwarze im brasilianischen Fußball und in der Gesellschaft bei. Nach seiner Fußballer-Karriere arbeitete er als Radiokommentator.