Tritte gegen Rostock Energetiker Beeck vor Sportgericht
Cottbus - "Es ging um drei Punkte und auch ein bisschen Kohle", sagte der mit schlechtem Beispiel vorangehende Beeck nach dem von wenig freundschaftlichen Gefühlen geprägten ersten Duell der beiden Rivalen seit über neun Jahren. Mit dem 1:0 (0:0) dank des ersten Bundesliga-Tores des Rumänen Laurentiu-Aurelian Reghecampf gelang es den Platzherren, sich etwas aus der Abstiegszone zu befreien.
Manndecker Beeck stand nach dem Match in der Kritik, da er den am Boden liegenden Hansa-Angreifer Victor Agali mit einem Tritt in den Oberschenkel übel attackiert hatte und dafür die Rote Karte verdient gehabt hätte. "Ich habe in der Anfangsphase versucht, mich bei ihm zu entschuldigen. Er hat das nicht angenommen. Dann muss er halt damit leben, dass er ein paar auf die Socken kriegt", verteidigte sich Beeck, der sich am Freitag vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verantworten muss. "Es ist das Recht des DFB solche Dinge einzuleiten. Ich habe im Nachherein im Fernsehen gesehen, dass meine Aktion übertrieben war. Ich bereue das, aber ich kann es nicht mehr ändern", erklärte Beeck.
Eine Absicht aber wollte der frühere Hansa-Akteur nicht gelten lassen. "Wenn ich jemanden zerstören will, treffe ich mich mit ihm in der Gasse und haue ihm auf die Lichter", gab er in dem für ihn typischen "Gossen-Slang" zu. Über Agali sagte er: "Der soll 15 Millionen kosten, für 15 Millionen muss er noch viel ruhiger werden. Wir haben nur mit der notwendigen fairen Brutalität gespielt."
Trainer Eduard Geyer hingegen erzürnte die rüde Aktion seines Kapitäns. "Ein böses Foul. Ich muss jetzt einige Dinge ansprechen, die mir nicht gefallen haben", kündigte er eine Aussprache an. Außerdem nahm Geyer noch einmal Kontakt zu Hansa-Coach Friedhelm Funkel auf. "Wir waren und sind mit dem FC Hansa Rostock auch weiterhin freundschaftlich verbunden und möchten nicht, dass zwischen beiden Vereinen Gräben aufgerissen werden."
Sauer waren die Rostocker auch wegen der unsportlichen Schauspiel-Einlage von Franklin Bittencourt, die zum Feldverweis des als stets besonnen geltenden Hansa-Kapitäns Peter Wibran (60.) führte. "So ein Spinner hat in der Bundesliga nichts zu suchen. Der sollte für den Oscar nominiert werden", ereiferte sich René Rydlewicz nach der Show-Einlage des Brasilianers, der sich nach einem Brust-Schubser des Schweden die Hände vor das Gesicht hielt und sich am Boden wälzte. "Von so einer Berührung fällt nicht mal eine Oma um", kommentierte der frühere Hansa-Spieler Axel Kruse.
Auch der sehr gefasst wirkende Rostocker Coach Friedhelm Funkel schüttelte nur den Kopf. "Ein grober Fehler von Schiedsrichter Fandel. Er darf auf so etwas nicht hereinfallen. Wibran muss jetzt vom DFB unbedingt freigesprochen werden", forderte er. "Wibran ist fast schuldlos", räumte selbst Geyer ein. Franklin fühlte sich danach noch als Held, als er in die Kamera strahlte und meinte: "So etwas gehört dazu. Und es hat doch geholfen."
Cottbus - Rostock 1:0 (0:0)
1:0 Reghecampf (70.)
Cottbus: Piplica - Vata - Hujdurovic, Beeck - Scherbe, Akrapovic - Reghecampf, Miriuta (89. Sebök), Kobylanski -
Helbig, Franklin (76. Labak)
Rostock: Pieckenhagen - Jakobsson - Schröder, Radwan (78. Oswald) - Rydlewicz, Wibran, Lantz, Emara (74. Majak) - Brand (74. Baumgart) -
Arvidsson, Agali
Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg)
Rote Karte: Wibran (Rostock, 60., Tätlichkeit)
Gelb-Rote Karte: Hujdurovic (Cottbus, 40., wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: Franklin (2), Scherbe (2), Reghecampf (3) - Radwan (2), Schröder (2), Arvidsson (2)