Trotzreaktion Fenerbahce will sich in zweite Liga abstufen lassen
Fenerbahce-Torwart Volkan Demirel: Will mit weißer Weste in die zweite Liga starten
Foto: JOSE LUIS ROCA/ AFPHamburg - Fenerbahce Istanbul will anscheinend doch nicht um die Champions League kämpfen: Auf seiner Homepage verkündete der Verein, den türkischen Verband TFF um eine Abstufung in die zweite Liga gebeten zu haben.
"Unsere Spieler haben den Wunsch geäußert, in der zweiten Liga weiterzuspielen", sagte der Vizepräsident des Clubs, Ali Koc. "Wir wollten in der Champions League spielen, dies hat man uns verwehrt. Dann sollen sie uns in eine untere Liga schicken, damit wir mit einer weißen Weste beginnen können", sagte Fenerbahce-Torhüter Volkan Demirel der Nachrichtenagentur ihlas.
Club-Verantwortliche und Mitglieder des türkischen Verbandes hatten sich am Freitag in einer Sitzung über die Zukunft des Vereins beraten. "Wir haben den TFF um Hilfe gebeten. Wir möchten wissen, welcher Liga wir nun angehören", sagte Koc. Eine Entscheidung des Verbands erwartet er Anfang kommender Woche.
Schon am Mittwochabend hatte der inzwischen zurückgetretene Club-Vizepräsident Nihat Özdemir im türkischen Fernsehen gesagt: "Das ist nicht konsequent. Erst wurden wir für die Champions League gemeldet, dann ausgeschlossen. Wenn der Verband nicht in der Lage ist, uns gegen die Uefa zu verteidigen, und annimmt, dass wir manipuliert haben, soll er uns in die zweite Liga schicken. Dann werden wir dort Meister und steigen wieder auf."
Der 18-malige türkische Meister steht im Mittelpunkt der Ermittlungen zum Wett- und Manipulationsskandal in der Türkei. Insgesamt 30 Spieler und Funktionäre waren in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit der Affäre in Untersuchungshaft genommen worden, darunter auch Fenerbahce-Clubchef Aziz Yildirim. Die TFF hatte Fenerbahce wegen dessen Verstrickung in den Manipulationsskandal auf Druck der Uefa am Mittwoch für die Champions-League-Spielzeit 2011/2012 gesperrt. Für Fenerbahce ließ die Uefa Vizemeister Trabzonspor nachrücken. Am Donnerstag hatte Fenerbahce noch Einspruch gegen das Urteil eingelegt.