Tunesien: Sorgen um den "Null-Tore"-Sturm - DER SPIEGEL
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Tunesien Sorgen um den "Null-Tore"-Sturm

Zum dritten Mal ist Tunesien bei einer WM dabei. Doch dieses Mal scheinen die Vorzeichen ungünstiger denn je: Die Stürmer treffen das Tor nicht, und auf der Trainerbank gibt es ein Kommen und Gehen.
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Erst wurde der Trainerveteran Eckhard Krautzun vergrault und trotz erfolgreicher WM-Qualifikation aus dem Amt geworfen - dann gab auch der Franzose Henri Michel frustriert auf. Zwei Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft stand Tunesien ohne Trainer da, ehe der Verband am Osterwochenende das Duo Ammar Souyah und Khemaies Laabidi inthronisierte. Die beiden Ex-Nationalspieler sollen vor allem dem schussschwachen Angriff des Teams Beine machen.

Der "Null-Tore-Sturm" beim Afrika-Cup in Mali (0:0 gegen Sambia, 0:0 Senegal, 0:1 Ägypten), wo die Nordafrikaner schon in der Vorrunde scheiterten, hatte Michel unter Druck gesetzt. Als sich die Medien nach dem 0:0 gegen WM-Gastgeber Südkorea und damit 360 torlosen Minuten auf ihn einschossen, war das Maß für den Franzosen voll.

Der WM-erfahrene Coach (Kamerun, Marokko), der Frankreich 1984 zum Olympiasieg führte, hatte allerdings mit umstrittenen Personalmaßnahmen selbst Öl ins Feuer gegossen. So warf er den Freiburger Adel Sellimi aus dem Kader, weil dieser für ein Freundschaftsspiel abgesagt hatte. Einen wie Sellimi hätten die Tunesier bitter nötig, denn auch der WM-Test gegen Norwegen endete torlos. In der WM-Qualifikation, in der sie ungeschlagen blieben, hatten sie noch 23 Tore erzielt.

Hoffnung auf die Abwehrkräfte


Wenn die Sturmprobleme anhalten, müssen die Tunesier hoffen, dass wenigstens die Abwehr dicht hält. Einer der Hoffnungsträger ist deshalb Verteidiger Hatem Trabelsi von Ajax Amsterdam, der sich in seinem ersten Jahr beim niederländischen Traditionsclub durchsetzen konnte.

Keine guten Aussichten für die dritte WM-Teilnahme, bei der Tunesien auf Gastgeber Japan, Russland und Belgien trifft. Der Einzug ins Achtelfinale wäre eine Überraschung. Tunesiens Erfolgserlebnisse bei einer WM liegen lange zurück: 1978 in Argentinien, wo sie auch 0:0 gegen Deutschland spielten, gelang mit dem 3:1 über Mexiko der erste WM-Sieg eines afrikanischen Landes überhaupt.