Uefa-Cup: Aachen will das Wunder - DER SPIEGEL
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Uefa-Cup Aachen will das Wunder

Im Uefa-Pokal setzen die deutschen Teams am letzten Gruppenspieltag alles auf Sieg. Während der VfB Stuttgart Platz eins anpeilt, kann Aachen in Athen eine ganz besondere Leistung vollbringen. Dabei wollte Alemannia-Kapitän Erik Meijer seine Karriere eigentlich ganz ruhig ausklingen lassen.
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Hamburg - 29 Kilometer Luftlinie beträgt die Entfernung zwischen Aachen und Maastricht. Die Nähe zu seiner niederländischen Heimatstadt war ausschlaggebend dafür, dass Meijer im Sommer 2003 zur Alemannia wechselte. Der 35-Jährige plante nach drei Jahren beim Hamburger SV, seine Karriere in der zweiten Liga gemächlich ausklingen zu lassen. Nun aber steht er als Kapitän seiner Mannschaft, die sich als Pokalfinalist für den Uefa-Cup qualifiziert hatte, unvermutet wieder im Rampenlicht.

"Da müsste man ja ziemlich verrückt sein, bei einem Wechsel vom HSV in die zweite Liga noch an den Europacup zu denken", gestand der 35-Jährige im "Kicker". Er hatte ja sowieso schon fast alles erlebt: Mit Bayer Leverkusen kämpfte er in der Champions League gegen Real Madrid, mit dem FC Liverpool spielte er an der ausverkauften Anfield Road, und für die Nationalelf der Niederlande kam er immerhin einmal zum Einsatz.

Auf seine alten Tage und in seinem insgesamt 23. Europapokalspiel kann Meijer mit der Alemania sogar einen Rekord aufstellen: Noch nie gelang es einem deutschen Zweitligisten, die dritte Runde des Uefa-Pokals zu erreichen. Mit einem Sieg bei AEK Athen am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) hätten die Aachener genau das geschafft.

Deshalb tituliert Aachens Trainer Dieter Hecking die letzte Gruppenbegegnung als "bedeutendstes Spiel der Vereinsgeschichte". Auf Rechenspiele können die Alemannen verzichten. Denn nur mit einem Sieg bei den bisher punktlosen und bereits ausgeschiedenen Griechen würde der Europapokal-Neuling die Runde der letzten 32 Mannschaften erreichen. Die Angriffslust der Westdeutschen untermauert Hecking mit seinem offensiven 4-3-3-System, von dem er auch im Athener Marousi-Stadion nicht abrücken will. "Wir gehen mit offenen Visier in die Begegnung", beteuerte er, obwohl er personell umstellen muss. Neben dem gelb-rot gesperrten Sergio Pinto kann auch Dennis Brinkmann wegen einer Achillesssehnenentzündung nicht auflaufen.

Einstellen muss sich die Hecking-Elf allerdings auf eine Kulisse, die sie eher an den Alltag in Zweitliga-Auswärtspartien erinnern dürfte. Maximal 5000 Zuschauer, darunter rund 600 Alemannia-Fans, werden sich die Partie im 74.000 Besucher fassenden Olympiastadion anschauen. Dennoch glaubt Hecking, dass ein Sieg seiner Mannschaft Auslöser für eine ausgelassene Party in der griechischen Hauptstadt sein dürfte: "Wenn wir gewinnen, können wir vielleicht in der Nacht aus Athen Klein-Aachen machen."

An Feierlichkeiten mag der Trainer des VfB Stuttgarts im Vorfeld an das Heimspiel gegen den 17-maligen kroatischen Meister Dinamo Zagreb (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nicht denken. "Wir wissen, dass wir eine außergewöhnliche Leistung brauchen, um unser Ziel zu erreichen", warnte Matthias Sammer nach dem Punktgewinn bei Herbstmeister Bayern München (2:2) vor Überheblichkeit.

Für Sammer zählt im letzten und entscheidenden Spiel nichts anderes als ein Erfolg gegen die Kroaten, denn nur drei Punkte verhelfen den Schwaben zum Gruppensieg und einer günstigen Ausgangsposition bei der Auslosung am Freitag. Sollte der VfB ein Remis erreichen, stünde nur der zweite Platz zu Buche. In der Runde der letzten 32 würde dann ein Team warten, das in der Gruppenphase der Champions League auf Platz drei gelandet ist. Eine Niederlage hätte fast sicher das Aus zur Folge.

Allzu viel Angst dürften die Kroaten den Stuttgartern allerdings nicht einjagen. Der Ex-Club von VfB-Kapitän Zvonimir Soldo, der Sammer auf Grund eines Muskelfaserrisses nicht zur Verfügung steht, hat im vergangenen halben Jahr schon vier Trainer verschlissen und beendete die Herbstrunde lediglich auf dem siebten Platz. Das ist die schlechteste Platzierung der "Blauen" seit der Unabhängigkeit Kroatiens 1991.

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