Uefa-Cup Ausgerechnet Albertz
Glasgow - Der herausragende Spieler des 1. FC Kaiserslautern war nach dem Abpfiff im Ibrox Park von Glasgow sichtlich geknickt. "Durch unsere kämpferische Leistung hätten wir das 0:0 verdient gehabt", sagte FCK-Keeper Georg Koch, der vor allem in der ersten Halbzeit des Drittrundenspiels im Uefa-Cup bei den Glasgow Rangers einige Male einen Rückstand verhindert hatte.
Aber zwei Minuten vor dem Ende der Partie nahm Ex-Bundesligaprofi Jörg Albertz keine Rücksicht auf die bis dahin überzeugenden Anstrengungen der Pfälzer, ein gutes Ergebnis mit ins Rückspiel am kommenden Dienstag zu nehmen. Mit seinem schwächeren rechten Fuß setzte "Hammer Ali" den Ball aus 20 Metern ins untere linke Eck und sicherte seinem Team damit einen glücklichen 1:0 (0:0)-Erfolg.
"Wir wollten das Spiel offen gestalten, um im Rückspiel noch eine Chance zu haben. Das ist uns insgesamt gelungen", sagte FCK-Teammanager Andreas Brehme. Vor der mit Spannung erwarteten Partie hatte der Weltmeister gefordert: "Glück muss man sich auch erarbeiten." Seine Mannschaft hielt sich an die Devise des Trainers, war gut auf den schottischen Rekordmeister (49 Titel) eingestellt und zeigte vor allem kämpferisch eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den letzten Niederlagen.
Selbst der zuletzt arg gescholtene Murat Yakin, der von Brehme schon ausgemustert war, lieferte eine ansprechende Leistung als Libero. Vor 47.279 Zuschauern, die in der fast ausverkauften Arena phasenweise ein Höllenspektakel veranstalteten, vergaben die Rangers allerdings auch mehrere Großchancen oder scheiterten reihenweise am gut postierten Lauterer Schlussmann. Ex-Bundesligaprofi Jörg Albertz (16., 36.), Kapitän Barry Ferguson (26.), Ronald de Boer (30.) sowie Lorenzo Amoruso (68.) fanden in Koch, der von den mitgereisten 500 Lauterer Fans gefeiert wurde, zunächst ihren Meister.
Kaiserslautern, das oftmals durch eigene Unachtsamkeiten unnötig in Bedrängnis kam, hatte nur selten gute Torgelegenheiten. Die beste vergab noch Weltmeister Youri Djorkaeff bereits nach sieben Minuten. Nicht immer auf dem Posten war Schiedsrichter Gilles Veisseire aus Frankreich. Eine Ohrfeige von Michael Mols an Georg Koch wurde nur mit einer Verwarnung geahndet. Koch, der wegen vermeintlichen Provozierens ebenfalls die Gelbe Karte sah, erklärte, dass man "dafür eine Rote Karte hätte geben können."
Doch die Lauterer hatte ihrerseits auch Glück, als der Unparteiische ein Handspiel von Dimitrios Grammozis (36.) im eigenen Strafraum übersah. In der 81. Minute erhielt dann Jörgen Pettersson wegen wiederholten Foulspiels noch die Gelb-Rote Karte, sieben Minuten später nutzten die Rangers ihre numerische Überzahl durch den Siegtreffer von Albertz aus.