Uefa-Cup: Debakel für deutsche Teams - DER SPIEGEL
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Uefa-Cup Debakel für deutsche Teams

Damit hatte nach den Hinspielergebnissen kaum jemand gerechnet: Der deutsche Fußball ist im Achtelfinale des Uefa-Cups nicht mehr vertreten. Schalke, Stuttgart und Aachen verloren allesamt und schieden aus. Allein der Zweitligist hätte das Weiterkommen verdient gehabt.
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Hamburg - Sechsmal traten deutsche Mannschaften in dieser Woche im Europapokal an, fünfmal gingen sie als Verlierer vom Platz. Allein Bayern München (3:1 gegen den FC Arsenal) im Achtelfinalhinspiel der Champions League siegte. Nachdem Bayer Leverkusen (1:3 in Liverpool) und Werder Bremen (0:3 gegen Lyon) im selben Wettbewerb Enttäuschungen hatten hinnehmen müssen, patzten die drei verbliebenen Uefa-Cup-Teilnehmer aus Deutschland am Donnerstag auf ganzer Linie.

Nach dem 1:1 im Hinspiel vor einer Woche verlor der FC Schalke 04 vor 51.179 Zuschauern im heimischen Stadion gegen Schachtjor Donezk mit 0:1 (0:1). Das Siegtor für die Gäste aus der Ukraine erzielte der Nigerianer Julius Aghahowa (21.).

Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick bot besonders in der ersten Hälfte eine schwache Leistung. Die ballsicheren und ausgezeichnet organisiert spielenden Ukrainer, die in der Champions League am AC Mailand und FC Barcelona gescheitert waren, hatten vor der Pause die besseren Möglichkeiten durch Aghahowa (15.) und den Brasilianer Brandao (4. und 18.). "In der ersten Halbzeit waren wir gar nicht auf dem Platz", sagte der in der Schlussphase eingewechselte Angreifer Mike Hanke.

Die Platzherren ließen Schachtjor zu viel Spielraum und kamen erst in den letzten zehn Minuten vor dem Seitenwechsel etwas besser in Schwung. Aber Lincoln (42.), der mit einem Freistoß an Torhüter Jan Lastuvka scheiterte, und Ailton vergaben den Ausgleich. Den Schuss des Torjägers Sekunden vor der Pause schlug Kapitän Anatoli Timoschtschuk von der Linie.

Nach der Pause machte Schalke zwar mehr Druck, aber zwingende Torchancen sprangen dabei nicht heraus. Schachtjor lauerte ständig auf Konter, und in der 59. Minute musste Schlussmann Frank Rost gegen den freistehenden Timoschtschuk per Fußabwehr retten.

Schalke-Coach Rangnick, der auf Abwehrchef Marcelo Bordon verzichten musste, setzte in den letzten 25 Minuten auf volles Risiko und wechselte drei Spieler ein, aber die cleveren Ukrainer retteten den Auswärtssieg über die Zeit.

Aachen verliert in Unterzahl

Im Achtelfinale trifft Schachtjor Donezk jetzt auf den AZ Alkmaar. Der Tabellenzweite der niederländischen Ehrendivision besiegte Alemannia Aachen glücklich mit 2:1 (0:1), nachdem das Hinspiel 0:0 ausgegangen war.

Die Alemannia, die als erster deutscher Zweitligist im Uefa-Cup so weit gekommen war, durfte nach der Führung durch den Niederländer Erik Meijer in der 31. Minute lange Zeit selbst vom Achtelfinale träumen. Nach dem Ausgleich durch Barry van Galen (62.) und einer Gelb-Roten Karte gegen Thomas Stehle (72.) gelang Joris Mathijsen (80.) aber der Siegtreffer für die Niederländer.

"Klar ist man enttäuscht, wir haben schließlich beide Spiele offen gehalten. Wir haben toll gespielt. Alkmaar ist schon eine Klassemannschaft, aber es war kein Klassenunterschied zu sehen. Jeder Alemanne - Spieler, Funktionäre und vor allem die Fans - kann stolz sein", sagte Kai Michalke.

Pechvogel der Aachener war Simon Rolfes. Der Mittelfeldspieler vergab zunächst in der 57. Minute völlig freistehend die große Chance zum 0:2 und bediente fünf Minuten später mit einer verunglückten Kopfballabwehr van Galens, der aus 14 Metern zum Ausgleich traf. Zehn Minuten später wurde die Alemannia dezimiert, als Stehle wie bereits vier Tage zuvor im Zweitligaspiel beim 1. FC Köln vom Platz geflogen war.

Blamage für VfB Stuttgart

Nicht einmal in Überzahl konnte der VfB Stuttgart gegen den FC Parma einen Treffer erzielen. Nach dem 0:0 im Hinspiel unterlagen die Schützlinge von Matthias Sammer gegen den Viertletzten der Serie A mit 0:2 nach Verlängerung.

Der eingewechselte Marco Marchionni nach einem doppelten Doppelpass mit Alberto Gilardino in der 98. und Andrea Pisanu nach einem Konter in der 116. Minute entschieden vor 37.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion die Partie zugunsten der Gäste, die auch schon in der regulären Spielzeit die besseren Tormöglichkeiten besessen hatten.

Der VfB schaffte es auch nach der Roten Karte gegen Paolo Canavaro in der 81. Minute nach einem groben Foulspiel gegen Kevin Kuranyi nicht, das italienische Abwehr-Bollwerk zu knacken. Pech hatten die Gastgeber, als in der 106. Minute ein Tor von Kevin Kuranyi wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt wurde.

"Wir hatten nicht die nötige Ruhe und in der Verlängerung auch nicht die Souveränität. Die Überzeugung, noch zu gewinnen, hätte da sein müssen, zumal wir in Überzahl waren", sagte VfB-Trainer Matthias Sammer enttäuscht, "wir sind nicht zufrieden, wir wollten im Uefa-Cup sehr weit kommen."

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