Uefa-Cup Der Mythos Betzenberg
Kaiserslautern - Für das Pfälzer Fußball-Idol Hans-Peter Briegel war es "das beste Spiel aller Zeiten auf dem Betzenberg". Bevor sich der 1. FC Kaiserslautern am Donnerstagabend anschickt, ein fast illusorisches Fußball-Wunder zu vollbringen und den 1:5-Rückstand gegen CD Alaves wettzumachen, beschworen die "Roten Teufel" das ruhmreichste Spiel ihrer Europapokal-Geschichte.
Der Gegner war auch damals eine spanische Mannschaft. Mit dem sensationellen 5:0-Erfolg über den Rekord-Europacupsieger Real Madrid feierte der FCK am 17. März 1982 nicht nur einen historischen Triumph, sondern begründete auch endgültig den Mythos Betzenberg.
"Uns lief eine Gänsehaut über den Rücken"
Friedhelm Funkel, heute Trainer von Hansa Rostock und damals zweifacher Torschütze, erinnerte sich später an die hitzige Atmosphäre. "Selbst als Heimmannschaft lief uns eine Gänsehaut über den Rücken. Die Zuschauer, die uns unterstützten, wie ich es nie mehr erlebt habe, drängten sich nur eineinhalb Meter vom Spielfeldrand. Der Linienrichter musste Angst haben, dass ihn die Fans nicht mit dem Regenschirm an den Zaun zogen."
Entsprechend aggressiv hätten die Lauterer dann gespielt und den völlig von der Rolle geratenen Real-Stars die Schau gestohlen. Der seinerzeit für Real leicht angeschlagen ins Spiel gegangene heutige DFB-Trainer Uli Stielike würde das denkwürdige Spiel am liebsten aus dem Gedächtnis streichen: "Die Lauterer haben sich in einen Rausch und uns geradezu schwindlig gespielt."
Drei Rote Karten gegen Real Madrid
Der damalige Real-Coach Vujadin Boskov bezichtigte in seinem Zorn über die drei Roten Karten den damals als weltbesten Schiedsrichter geltenden Ungarn Karoly Palotai der Bestechung. Die Wut beim jugoslawischen Coach saß so tief, dass er sich noch fast zehn Jahre später, als er mit Sampdoria Genua erneut auf dem Betzenberg gastierte, weigerte, deutsch zu sprechen. Obwohl er es konnte.