Uefa-Cup Endstation für Lautern
Kaiserslautern - Durch ein 1:4 (1:1)-Debakel im Halbfinal-Rückspiel des Uefa-Cups gegen CD Alaves verpasste 1. FC Kaiserslautern den erstmaligen Einzug in ein Europapokal-Finale. Vor 31.000 Zuschauern auf dem ausverkauften Betzenberg erwies sich die Hypothek der 1:5-Niederlage aus dem Hinspiel für die Pfälzer als zu schwer.
Nur 23 Minuten durften die Lauterer nach der frühen Führung durch Youri Djorkaeff (7.) von einer Sensation träumen, dann machte Ivan Alonso mit dem Ausgleich alle Hoffnungen zunichte. Jurica Vucko mit zwei Toren nach dem Wechsel (64./86.) und Raul Ganan (88.) machten den verdienten Sieg für die Spanier perfekt, die bei ihrer ersten Europapokal-Teilnahme den Durchmarsch ins Endspiel am 16. Mai im Dortmunder Westfalenstadion schafften.
Die Lauterer gingen die "Mission impossible" engagiert an und erwischten einen Start nach Maß. Djorkaeff traf mit dem ersten Schuss nach Vorarbeit von Vratislav Lokvenc zur frühen Führung, die für Euphorie auf dem Platz und den Rängen sorgte. Mit über die Flügel vorgetragenem Power-Fußball wurden die Gäste in ihrer Hälfte eingeschnürt, doch das mögliche 2:0 gelang nicht. Jeff Strasser scheiterte mit einem Kopfball am gut reagierenden Herrera (15.), bei einem Strafraum-Foul von Dan Eggen an Jung-Nationalspieler Miroslav Klose (18.) blieb der Elfmeterpfiff vom schottischen Schiedsrichter Hugh Dallas aus.
Klassisch ausgekontert
Schon beim ersten Angriff der Spanier wurden die "Roten Teufel" auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Eine Flanke von Delfin Geli verwertete Alonso per Kopf, wobei FCK-Torwart Georg Koch eine unglückliche Figur machte. Wie von Trainer Andreas Brehme befürchtet ("Bei einem Gegentor ist alles vorbei") erholten sich die Pfälzer von diesem Schock nicht mehr. Wie weggeblasen waren die spielerische Sicher- und Lockerheit, stattdessen waren nun Fehlpässe an der Tagesordnung. Zwar ließen die Gastgeber in ihren Bemühungen nie nach, doch statt über die Flügel versuchten sie es in der Folgezeit fast nur noch mit der Brechstange durch die Mitte, wo die Spanier sicher standen und kaum noch in Verlegenheit gerieten.
Ganz im Gegenteil: Nach dem Ausscheiden von Manndecker Harry Koch (35./Knieprobleme) nutzten die Gäste die sich bietenden Lücken in der FCK-Abwehr zu gefährlichen Kontern, bei denen Morceline Magno (44./50.) gleich zweimal die Führung auf dem Fuß hatte. Nach knapp einer Stunde rettete Georg Koch mit zwei Glanzparaden gegen den durchgebrochenen Geli und den Nachschuss des kurz zuvor für den Torschützen in die Partie gekommenen Vucko. In der 64. Minute tauchte der Kroate nach einem herrlichen Doppelpass mit Magno erneut frei vor Koch auf und behielt dieses Mal die Nerven.
In der Schlussphase warfen die Lauterer noch einmal alles nach
vorn. Doch in ihrem Bemühen um den Ausgleich wurden die
aufgerückten Hausherren klassisch ausgekontert und kassierten durch
Vucko und Ganan weitere Tore.
Uefa-Cup, Viertelfinal-Rückspiele
1. FC Kaiserslautern - CD Alaves 1:4 (1:1)
1:0 Djorkaeff (7.)
1:1 Alonso (23.)
1:2 Vucko (64.)
1:3 Vucko (86.)
1:4 Ganan (88.)
(Hinspiel 1:5)
Gelbe Karten: Georg Koch, Pettersson; Begona
1. FC Kaiserslautern: Georg Koch - Ramzy - Harry Koch (35. Dominguez) - Buck (64. Pettersson),
Ratinho, Hristow, Grammozis, Strasser - Djorkaeff - Klose, Lokvenc
CD Alaves: Herrera - Karmona, Eggen, Tellez (78. Ganan), Geli - Desio, Astudillo,
Tomic, Begona - Mocelin (66. Azkoitia) - Alonso (56. Vucko)
Schiedsrichter: Dallas (Schottland)
Zuschauer: 31.000 (ausverkauft)