Uefa-Cup: Frankfurt dank Thurk mit Traumstart - DER SPIEGEL
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Uefa-Cup Frankfurt dank Thurk mit Traumstart

Michael Thurk hat der Frankfurter Eintracht nach mehr als elf Jahren Abstinenz eine perfekte Rückkehr in den europäischen Wettbewerb beschert. Die Hessen gewannen deutlich, profitierten dabei aber von Platzverweisen des Gegners aus Kopenhagen. Leverkusen enttäuschte in der Schweiz.
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Frankfurt/Main - Thurk war mit einem Hattrick innerhalb von 28 Minuten nahezu allein für den den 4:0 (0:0)-Sieg der Frankfurter im Hinspiel der ersten Uefa-Cup-Runde gegen den dänischen Vizemeister Bröndby IF verantwortlich. Die Eintracht feierte damit elfeinhalb Jahre nach ihrem letzten Uefa-Cup-Aufritt eine gelungene Rückkehr auf die internationale Bühne. Das Rückspiel in Kopenhagen findet in 14 Tagen statt. Liga-Konkurrent Bayer Leverkusen kam beim Schweizer Erstligisten FC Sion nicht über ein 0:0 hinaus. Zuvor hatte Hertha BSC Berlin lediglich ein 2:2 (1:1) gegen den dänischen Vertreter Odense BK erreicht. Der FC Schalke 04 besiegte AS Nancy knapp 1:0 (0:0).

Thurk avancierte vor 37.000 Zuschauern in der Frankfurter WM-Arena zum Matchwinner. Zunächst traf er zweimal per Elfmeter (51. und 71.), in der 78. Minute war er schließlich per Kopf erfolgreich. Benjamin Köhler setzte in der 90. Minute mit seinem Tor den Schlusspunkt. Allerdings beendeten die Gäste die Partie mit zwei Spielern weniger, nachdem Mark Howard und Henrik Kildentoft (jeweils 50.) die Rote Karte gesehen hatten.

"Dieser Sieg war sehr wertvoll für uns", sagte Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel, "wir hätten uns vor dem Spiel nicht träumen lassen, hier 4:0 zu gewinnen." Der Uefa-Cup-Sieger von 1980 zeigte zunächst einen äußerst nervösen Beginn. Die von Funkel geforderte kontrollierte Offensive brachte das defensiv ausgerichtete Bröndby bis zur Halbzeitpause nur selten in Verlegenheit. Alleine Neuzugang Michael Fink riss bei seinem Debüt für die Gastgeber immer wieder Löcher in die Defensive der Dänen. Die besten Chance im ersten Abschnitt hatten Markus Weissenberger (29.) und Thurk (37.).

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts überschlugen sich die Ereignisse. Einen Schuss von Albert Streit im Strafraum klärte Bröndby-Verteidiger Kildentoft mit der Hand (50.). Kildentoft sah die Rote Karte, der englische Schiedsrichter Robert Styles entschied auf Elfmeter. Noch vor der Ausführung des Strafstoßes streckte dann Howard Thurk mit einem Kopfstoß nieder und wurde ebenfalls des Feldes verwiesen. Doch Thurk bewahrte die Ruhe und erzielte aus elf Metern in seinem siebten Europapokal-Einsatz sein zweites Tor.

Bayer Leverkusen musste sich beim Schweizer Tabellenführer FC Sion mit einem 0:0 begnügen. Vor 9000 Zuschauern im Stade de Genève agierten die Leverkusener in ihrem 114. Europacupspiel viel zu harmlos und kamen kaum zu guten Tormöglichkeiten. Die Elf von Trainer Michael Skibbe war fast ausschließlich darauf bedacht, keinen Gegentreffer zu kassieren und vernachlässigte das Spiel nach vorn. Bayer kam erst in der Schlussphase durch Paul Freier (72. und 88.) sowie einem Pfostenschuss von Sergej Barbarez (74.) zu guten Chancen.

Bei Leverkusen setzte sich auch in der Schweiz eine Negativserie fort: In keinem Pflichtspiel der Saison hat bisher ein Bayer-Stürmer getroffen. Skibbe bleibt jedoch noch gelassen. "Wir müssen damit völlig ruhig umgehen", fordert der Trainer. Am kommenden Sonntag muss Leverkusen zum Bundesliga-Duell nach Frankfurt.

fpf/sid/dpa

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