Uefa-Cup: Hertha steht in Runde zwei - DER SPIEGEL
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Uefa-Cup Hertha steht in Runde zwei

Mit einem mäßigen 2:0-Sieg gegen den moldawischen Meister Zimbru Chisinau hat Hertha BSC Berlin den ersten Uefa-Cup-Durchgang absolviert. Die Mannschaft habe sich "im Unterbewußtsein schon in der nächsten Runde" gewähnt, entschuldigte Trainer Jürgen Röber die schwache Leistung.
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Berlin - Zwei innerhalb von drei Minuten erzielte Tore reichten dem Fußball-Bundesligist, um sich am Mittwoch im Berliner Olympiastadion gegen Moldawiens Meister Zimbru Chisinau durchzusetzen. Das Hinspiel hatte Hertha vor einer Woche mit 2:1 für sich entschieden. Michael Hartmann brachte die Gastgeber vor lediglich 12.000 Zuschauern in der 23. Minute in Führung. In der 26. Minute erhöhte Ali Daei auf 2:0.

Im ersten Uefa-Cup-Heimspiel nach 21 Jahren hatte Trainer Jürgen Röber entweder ganz auf seine Stars verzichtet oder ihnen nur Kurzarbeit zugemutet. Stefan Beinlich, der an einer Wadenprellung laborierte, und Marko Rehmer saßen auf der Tribüne. Dariusz Wosz und Michael Preetz kamen erst nach der Pause. Der zunächst in die Rolle des Spiellenkers beorderte Jungstar Sebastian Deisler blieb in der Halbzeitpause ebenso in der Kabine wie der Brasilianer Alex Alves. "Alle sprechen von Rotation. Dann muss man die auch mal vollziehen, auch wenn der eine oder andere sauer ist", erklärte Röber nach dem Spiel.

Die von der Champions League in den Uefa-Cup "abgestiegenen" Berliner langweilten die wenigen Zuschauer auf der Baustelle Olympiastadion lange Zeit. "Das war kein gutes Spiel", gestand Röber und entschuldigte die Leistung seines Teams. "Wir haben so viele Spiele in kürzester Zeit, da müssen wir mit unseren Kräften haushalten." Fehler seien passiert, weil sich seine Mannschaft nach dem 2:1-Hinspielsieg "im Unterbewusstsein schon in der nächsten Runde" gesehen habe. In der bevorstehenden Bundesliga-Partie gegen die SpVgg Unterhaching werde sein Team konzentrierter zu Werke gehen, versprach der Coach.

Nach einem Kopfball von Ali Daei in der elften Minute hatten zunächst die Gäste die größte Torchance. Iulian Ahiran drosch den Ball ans rechte Lattenkreuz (17.). Der Warnschuss wirkte für Hertha wie ein Weckruf. Binnen drei Minuten entschieden die Berliner dann die Partie gegen die in der Abwehr recht hausbacken agierenden Moldawier. Zunächst jagte Hartmann den Ball aus 18 Metern Entfernung mit dem linken Fuß ins Tor, nachdem ihm die Abwehr Zimbrus den Ball vorgelegt hatte. Kurz darauf köpfte Daei bei einer unübersichtlichen Situation vor dem Gäste-Tor aus Nahdistanz ins Netz.

Der in dieser Saison erstmals von Beginn an aufgebotene Daei rechtfertigte mit seinem insgesamt fünften Saisontreffer (zwei im Europacup, drei in der Bundesliga) seinen Einsatz. In Kürze werden die Berliner auf seine Dienste verzichten müssen, weil der 31 Jahre alte Stürmer mit der iranischen Nationalmannschaft beim Asien-Cup spielt.

Die Gäste aus Moldawien, die in den vergangenen acht Jahren sieben Mal den Landesmeistertitel eroberten, stellten sich erneut als technisch versierte Mannschaft vor. Allerdings mangelte es ihnen an Konzentration im Abschluss. Zimbru Chisinau hatte einige verheißungsvolle Möglichkeiten, die sie aber leichtfertig vergaben. Nach dem Lattenschuss von Arhire traf Juri Miterew bei einem Konter nur den Pfosten (36.). Insbesondere auf der linken Abwehrseite der Herthaner, wo neben Hartmann erstmals in dieser Saison Kai Michalke in die Startaufstellung berufen worden war, gab es einige Abstimmungsprobleme. "Unsere Mannschaft war nachlässig im Defensivbereich", monierte Hertha-Manager Dieter Hoeneß. "Schon im Mittelfeld muss die Zuordnung besser sein."

Nach dem Seitenwechsel verflachte die ohnehin nicht spannende Partie weiter. Hertha BSC tat nicht mehr als das unbedingt Nötige, Zimbru Chisinau mühte sich zwar weiter redlich, blieb aber spätestens im gegnerischen Strafraum hängen.

Von Jens Mende, dpa