Uefa-Cup: Herthas mangelhafte Torausbeute - DER SPIEGEL
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Uefa-Cup Herthas mangelhafte Torausbeute

Hertha BSC Berlin schien mit einem klaren Vorsprung ins Rückspiel der zweiten Runde des Uefa-Cup zu gehen - dann fiel ein Tor für die polnischen Gäste aus Wronki.
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Berlin - Nach einem 3:1 (1:0) über den polnischen Pokalsieger Amica Wronki im Zweitrunden-Hinspiel des Uefa-Pokal muss Hertha BSC Berlin völlig überflüssig um das Weiterkommen bangen. Auf der Baustelle Olympiastadion entpuppte sich der Gastgeber als Weltmeister im Auslassen von Torchancen und wurde von 13.157 Hertha-Fans mit Pfiffen in die Kabine geschickt.

Nach einer Vielzahl ausgelassener, hundertprozentiger Möglichkeiten trafen am Ende nur der teilweise unglücklich agierende Michael Preetz (8.), Stefan Beinlich (46.) und der ehemalige Wronki-Akteur Piotr Reiss (65.). Dem Rückspiel am 7. November können die Berliner deshalb nicht gelassen entgegensehen, weil Krzysztof Piskula in der 88. Minute mit einem Abstauber-Tor nach einem Freistoß von Mariusz Kukielka erfolgreich war.

Hertha-Coach Jürgen Röber, der mehrmals wutentbrannt an der Seitenlinie erschien, war entsprechend angefressen: "In der zweiten Hälfte wurde teilweise zu lässig gespielt, und der entscheidende Pass fehlte oft. Diese Spielweise wurde mit dem Gegentor bestraft, zumal der Freistoß völlig unnötig war", sagte der Ex-Profi, der allerdings "vom Weiterkommen" überzeugt ist.

Dabei begann seine Mannschaft zunächst druckvoll, erarbeitete sich Chance um Chance, ohne dabei gegen die biederen und völlig verunsicherten Polen zu glänzen. Allein Preetz, der mit seinem zweiten Uefa-Cup-Treffer der Saison für die frühe Führung gesorgt hatte, hätte noch vor dem Seitenwechsel alles klar machen müssen. In der fünften Minute scheiterte der ehemalige Nationalspieler jedoch völlig frei am herauslaufenden Jaroslaw Strozinsky, und ebenso ungedeckt verstolperte er eine Traumflanke seines braslianischen Sturmkollegen Alex Alves aus fünf Metern (22.).

Während Wronki in der ersten Halbzeit keinen einzigen Torschuss abgab, beteiligten sich auch Preetz Kollegen am Vergeben von Chancen. Sebastian Deisler zielte aus 20 Metern ebenso knapp vorbei (4.) wie Stefan Beinlich bei einem Freistoß (9.), und Alves fand an Strozinsky seinen Meister (19.). Danach nahm Hertha das Tempo aus dem Spiel und einzig Beinlich, erneut mit einem Freistoß, sorgte noch einmal für Gefahr (40.).

Die zweite Halbzeit begann Hertha erneut engagiert. Der Offensivdrang wurde auch direkt durch Beinlichs Treffer belohnt, der von Alves bedient worden war. Anschließend verlegte Hertha sich aufs Kontern und hatte bei Chancen von Grzegorz Krol (48.) und Pavel Kryszalowicz. Danach schein aber Hertha das Spiel wieder fest im Griff zu haben. In der Schlussphase verhinderte die mäßige Torschussverwertung der Hausherren einen Kantersieg.

Wronkis Trainer Stefan Majewski sah das Ergebnis als "korrekt und verdient für Hertha" an. "Das schnelle Führungstor der Berliner hat die Mannschaft erschreckt und das Selbstvertrauen angeknackst. Mein Team hatte vor allem im Mittelfeld versagt, aber bis zur Halbzeit haben wir uns achtbar gehalten. In der zweiten Hälfte hat vor allem unser Angriff besser gespielt", sagte der Coach.

Von Michael Kölmel, sid

Hertha BSC Berlin - Amica Wronki 3:1 (1:0)
Berlin: Kiraly - Rehmer, Schmidt, van Burik (50. Veit) - Deisler, Beinlich (74. Konstantinidis), Dardai, Hartmann - Tretschock - Preetz, Alves (57. Reiss).
Wronki:Strozinsky - Bajor, Kukielka, Peczak, Bieniuk - Bilinski (46. Jackiewicz), Sobocinski, Sokolowski, Dawidowski (60. Zienczuk) - Kryszalowicz, Grzegorz Krol (65. Piskula).
Schiedsrichter: Michal Benes (Tschechien)
Tore: 1:0 Preetz (8.), 2:0 Beinlich (46.), 3:0 Reiss (65.), 3:1 Piskula (88.)
Zuschauer: 13.157
Gelbe Karten: Hartmann, Deisler - Peczak (2), Dawidowski (2)