Uefa-Cup: Hilflose Schwaben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Uefa-Cup Hilflose Schwaben

Als harmloser Gegner erwies sich der VfB Stuttgart gegen Celta Vigo. Der Vorteil des Heimrechts war bei den Schwaben nicht zu spüren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stuttgart - Nach einer müden Nullnummer droht demabstiegsbedrohten VfB Stuttgart der vorzeitige Abschied von der internationalen Bühne. Die Schwaben kamen im Achtelfinal-Hinspiel des Uefa-Cups vor 20.000 maßlos enttäuschten Zuschauern über ein 0:0 gegen Celta Vigo nicht hinaus und verpassten es, sich eine bessere Ausgangsposition für die Reise nach Spanien zu verschaffen. Das Rückspiel findet bereits am kommenden Donnerstag (22. Februar) in Galizien statt.

"Kräftemäßig im roten Bereich"


Obwohl gegen Ende der Partie bei den Schwaben überhaupt nichts mehr ging, nahm VfB-Coach Ralf Rangnick seine Mannschaft in Schutz: "Wir waren nicht in der körperlichen und geistigen Verfassung, noch mehr nach vorne zu spielen. Es war vor allem auch wichtig für uns, Kontrolle über das Spiel zu haben. Am Ende waren einige Spieler kräftemäßig im roten Bereich."

Dem Sieger des Duells winkt in der Runde der letzten Acht ein Spiel gegen den 16-maligen spanischen Meister FC Barcelona, der es im Achtelfinale mit Leverkusen-Bezwinger AEK Athen zu tun hat. Für die mit angeblich 30 Millionen Mark verschuldeten Schwaben würde ein Viertelfinale gegen den katalanischen Renommierklub einen warmen Geldregen in die leere Kasse bedeuten.

Rangnick wartete vor dem Anpfiff mit einer Reihe von Überraschungen auf. Der brasilianische Neuzugang Adhemar nahm zunächst nur auf der Bank Platz, ehe er nach 56 Minuten für den bulgarischen Nationalspieler Krassimir Balokow ins Spiel kam. Rangnick wollte Adhemar für das Bundesligaspiel am Sonntag gegen Hertha BSC Berlin schonen.

Zwei Teenager als Hoffnungsträger


Zudem spielten in Stürmer Christian Tiffert und Verteidiger Andreas Hinkel zwei 18-Jährige von Beginn an, weil unter anderem Stuttgarts erfolgreichster Torjäger, Viorel Ganea, wegen einer Oberschenkelverletzung fehlte. Auch Defensivspezialist Pablo Thiam fiel mit einer Grippe aus. Insgesamt hatte Rangnick fünf neue Akteure im Vergleich zum 0:1 bei Bayern München in die Mannschaft eingebaut.

Die Platzherren waren um einen kontrollierten Spielaufbau bemüht, verzettelten sich aber meistens in der Gästeabwehr und vertändelten mehrfach schon im Mittelfeld den Ball. Nach einem dieser Ballverluste zu Beginn der zweiten Halbzeit stoppte Silvio Meißner einen spanischen Gegenangriff mit einem Foul, kassierte seine dritte Gelben Karte im Wettbewerb und ist in Vigo gesperrt.

Stuttgart sorgte nur vereinzelt für Gefahr. Einen Aufsetzer des Ungarn Krisztian Lisztes parierte Celta-Schlussmann Jose Manuel Pinto souverän (22.). Ein Kopfball von Sean Dundee (31.) strich einen halben Meter am Tor vorbei, ein Rechtsschuss von Tiffert (35.) verfehlte ebenfalls nur knapp das Ziel.

Der "Zar von Galizien"


Die größte Chance des Spiels aber verzeichneten nach 24 Minuten die Gäste durch Kapitän Alexandre Mostowoj. Der "Zar von Galizien", wie der Russe von den Fans der Spanier genannt wird, zirkelte einen Freistoß aus 22 Metern an die Querlatte des VfB-Tores. Stuttgarts Hoffnungsträger Adhemar hatte seine beste Szene rund zwanzig Minuten vor dem Ende, als er aus 23 Metern abzog, aber das Tor recht deutlich verpasste.

Von Hans Peter Sick, sid

VfB Stuttgart - Celta Vigo 0:0 Endstand
Stuttgart: Hildebrandt - Meißner, Soldo, Carnell, Bordon - Pinto (86. Seitz), Balakow (56. Gerber), Lisztes, Hinkel - Tiffert (56. Ademar), Dundee
Vigo: Pinto - Velasco, Berizzo, Caceres - Yago, Vagner, Giovanella (74. Schimidt) - Karpin (84. Hervas), Lopez (74. Jayo), Mostowoj - Catanha
Schiedsrichter: Hugh Dallas (Schottland)
Zuschauer: 20.000
Gelbe Karten: Meißner (3) - Mostowoj (2), Schimidt