Uefa-Cup: HSV scheitert am Dnjepr - DER SPIEGEL
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Uefa-Cup HSV scheitert am Dnjepr

Bitterer Ausflug für den HSV in die Ukraine. In der ersten Runde des Uefa-Cups waren die Hanseaten gegen Dnjepr Dnepropetrowsk chancenlos. HSV-Trainer Kurt Jara tobte nach der schwachen Leistung seines Teams und kündigte seinen Spielern für die kommende Wochen harte Zeiten an.
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Dnjepropetrowsk - Statt sich mit Barcelona, Liverpool und Valencia zu messen, waren schon die Ukrainer für den HSV eine Nummer zu groß. Nach einer über weite Strecken erschreckend schwachen Leistung verlor das Team von Trainer Kurt Jara mit 0:3 (0:1) und ist damit nach dem 2:1-Hinspielsieg zum ersten Mal seit 1971 bereits in der ersten Runde des Uefa-Cups gescheitert. Dimitri Michailenko (5.), Alexander Rikun (68.) und der überragende Oleg Wenglinski (79.) trafen vor rund 25.000 Zuschauern im ausverkauften Meteorstadion.

Für die Hamburger bedeutet das frühe Aus neben der sportlichen Peinlichkeit vor allem finanziell ein Debakel. Bis zur dritten Runde hatte Chef Bernd Hoffmann die Uefa-Cup-Einnahmen in den Etat einkalkuliert, jetzt fehlen mindestens 2,5 Millionen Euro in der Jahresrechnung des Klubs, der bereits im Vorjahr eine Unterdeckung von 14,5 Millionen Euro erwirtschaftet hatte. Notverkäufe im Winter werden nun immer wahrscheinlicher.

Während Dnjepr-Coach Jewgenij Kucherewski nach dem klaren Sieg schier aus dem Häuschen war ("Das ist ein großer Tag für uns"), kündigte HSV-Coach Kurt Jara harte Maßnahmen für die nächsten Wochen an: "Ich war in meiner ganzen Karriere noch nie so enttäuscht wie heute. Entscheidend ist, wie wir verloren haben. Nach dieser Leistung kann man nicht zur Tagesordnung übergehen. Dies war für den Uefa-Cup nicht würdig."

Überraschend hatte Jara Spielmacher Rodolfo Cardoso von Anfang an aufgeboten. Erstmals seit dem ersten Bundesligaspieltag durfte der Argentinier wieder von Beginn an spielen und verdrängte damit Nationalspieler Christian Rahn auf die Bank. Auf der linken Abwehrseite feierte Bernd Hollerbach nach monatelanger Verletzungspause sein Comeback. Doch die erhoffte Stabilität in der Verteidigung brachte auch der rustikale Franke nicht.

Im Gegenteil: Erneut gerieten die Hanseaten schon bei der ersten gefährlichen Aktion des Gegners in Rückstand. Es war bereits das achte 0:1 im 11. Match dieser Saison. Diesmal patzten nach der ersten Ecke Hollerbach und Naohiro Takahara, die ein Kopfballduell gegen Wladimir Jeserski verloren. Der Ball kam zu Michailenko, der völlig frei stehend aus sechs Metern mit einem Drehschuss die Führung erzielen konnte.

Jaras Pläne waren damit bereits wieder komplett über den Haufen geworfen. Der Österreicher hatte auf Raum zum Kontern gehofft, weil "Dnjepr kommen muss". Statt dessen zogen sich die Ukrainer wie schon nach ihrer ebenfalls frühen Führung im Hinspiel weit in die eigene Hälfte zurück und lauerten auf Konter mit dem stets gefährlichen Oleg Wenglinski. Der HSV fand dagegen keine Lücke in der dichtgestaffelten Deckung. Erst Marcel Maltritz (42.) mit einem Fernschuss und Sergej Barbarez (44.) mit einem Drehschuss über das Tor hatten im ersten Durchgang nennenswerte Gelegenheiten.

Nach dem Wechsel kamen die Hamburger kurzfristig besser ins Spiel und hatten durch Naohiro Takahra und Mehdi Mahdavikia (61.) zwei große Chancen, die Torwart Artem Kusli mit zwei tollen Paraden zunichte machte.

Dnjepr Dnjepropetrowsk - Hamburger SV 3:0 (1:0)
1:0 Michailenko (5.)
2:0 Rykun (68.)
3:0 Wenglinski (79.)
Dnjepr Dnjepropetrowsk: Kusli - Jeserski, Russol, Matjuchin, Radtschenko - Schelajew, Nasarenko (58. Kostyschin), Rotan (85. Maximjuk), Michailenko - Wenglinski, Rykun
Hamburger SV: Pieckenhagen - Ujfalusi, Hoogma, Hollerbach (76. Reinhardt) - Maltritz, Wicky (82. Rahn) - Mahdavikia, Cardoso (69. Benjamin), Jarolim - Barbarez, Takahara
Schiedsrichter: McDonald (Schottland)
Zuschauer: 24 000
Gelbe Karten: Rykun / Pieckenhagen, Maltritz, Rahn