Uefa-Cup I Hertha in der nächsten Runde
Wronki - Wronki - Die bescheidene Vorstellung im Rückspiel der zweiten Runde des Uefa-Cups hatte Hertha BSC Berlin schon kurz nach dem Schlusspfiff abgehakt. "Wir stehen in der dritten Runde. Das ist das Entscheidende. Jetzt konzentrieren wir uns auf unser Gastspiel am Freitag in Dortmund", bilanzierte Trainer Jürgen Röber kurz und knapp nach dem 1:1 (0:0) des Bundesliga-Tabellenführer beim dreimaligen polnischen Pokalsieger Amica Wronki, das den Gästen nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel zum Weiterkommen langte.
Grzegorz Krol hatte die Polen in der 54. Minute zunächst in Führung geschossen, ehe Sixten Veit zwölf Minuten später für die Berliner, die sich auch über ein Ausscheiden nicht hätten beklagen dürfen, ausglich. Vor 3.300 Zuschauern im Glowny-Stadion bot Hertha eine eher schwache Leistung: Zu wenig Kampf, kaum Laufbereitschaft und keinerlei Ideen - so konnte der Spitzenreiter die Gastgeber nicht in Bedrängnis zu bringen.
"Wir haben heute unnötig viel Kraft vergeudet für kommende Aufgaben", meinte Herthas Mittelfeldspieler Rene Tretschok. Kapitän Michael Preetz, der eigentlich nicht zum Einsatz kommen sollte und nach dem Rückstand von Röber doch noch ins Spiel gebracht wurde, bestätigte Tretschoks Befürchtungen: "Wir hatten gehofft, dass wir hier nicht mehr so viel tun müssen. Aber nach dem 0:1 waren wir gezwungen, einen Gang höher zu schalten."
Die verletzten Nationalspieler Dariusz Wosz (eingeklemmter Nerv) und Stefan Beinlich (Entzündung der Ferse) wurden als Spielgestalter schmerzlich vermisst. Der nach seinem Bluterguss im Knie ins Team zurückgekehrte Sebastian Deisler konnte die ihm zugedachte Rolle des Regisseurs nicht ausfüllen. "Trotzdem habe ich mich im zentralen Mittelfeld durchaus wohl gefühlt, auch wenn ich nicht meinen besten Tag erwischt habe", gestand der Nationalspieler.
Es dauerte bis zur 25. Minute, ehe Alex Alves die erste Torchance für die Berliner besaß, allerdings traf er den Ball nicht voll. Kurz vor Ende der ersten Hälfte traf er den Ball hingegen gar nicht, als er überraschend aus fünf Metern frei vor dem Wronki-Tor die Chance zur Führung besaß.
Im zweiten Durchgang schickte Röber Nationalspieler Sebastian Deisler auf die gewohnte rechte Außenbahn, doch auch danach lief das Spiel weitgehend an dem 20-Jährigen vorbei. Die Polen hingegen bestimmten weiter das Geschehen, warfen alles nach vorne und kamen nach einem langem Pass von Remigiusz Sobocinski zur verdienten Führung, nachdem Rene Tretschok und auch Kosta Konstantinidis den Torschützen Krol nicht stoppen konnten.
"Nach dem 0:1 hat die Flatterei begonnen, aber wir haben zum Glück kurz darauf den Ausgleich erzielt", sagte Röber, der für seinen Arbeitgeber im laufenden Uefa-Pokal-Wettbewerb noch auf eine ordentliche Portion aus den Fleischtöpfen hofft. "Die Auslosung ist kein Wunschkonzert. Aber ein echtes Topteam wünsche ich mir lieber erst ein oder zwei Runden später."
Von Michael Kölmel , sid