Uefa-Cup Lautern blamiert sich gegen Dublin
Kaiserslautern - Trotz des 0:1 (0:1) gegen Bohemians FC Dublin kam der Fußball-Bundesligist dank des 3:1-Hinspielsiegs weiter. Glen Crowe erzielte in der 36. Spielminute den Siegtreffer für die international allenfalls zweitklassigen Iren. Die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel zeigte vor einer Minimal-Kulisse aus 12.000 maßlos enttäuschten Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion eine desolate Leistung.
"Wir müssen höllisch aufpassen, dass nichts schief geht", hatte Rehhagel seinen Spielern vor dem Anpfiff mit auf den Weg gegeben. Der FCK-Coach musste auf neun Stammspieler verzichten: Neben den verletzten Michael Schjönberg, Mario Basler, Murat Yakin, Petr Gabriel, Olaf Marschall, Andreas Buck, Ratinho sowie dem noch nicht spielberechtigtem polnischen Neuzugang Tomasz Klos fehlte auch Spielmacher Youri Djorkaeff. Der Franzose hatte sich eine Muskelverhärtung im Oberschenkel zugezogen und wurde für das Bundesligaspiel am Sonntag bei Hansa Rostock geschont.
Durch eine Standardsituation kamen die Gastgeber zur ersten Chance des Spiels. Der Kopfball von Harry Koch in der 19. Minute nach einer Ecke von Jörgen Pettersson war jedoch eine sichere Beute von Dublins Schlussmann Wayne Russel. Diese Möglichkeit blieb die einzige gefährliche Kaiserslauterer Aktion in den ersten 45 Minuten, zunehmende Hilflosigkeit im FCK-Spiel machte sich bemerkbar. Den harmlosen "Roten Teufeln" fehlte ein Spielmacher im Mittelfeld, die Stürmer Igli Tare und Vratislav Lokvenc mussten sich die Bälle selbst holen.
Die Führung der Iren entsprang einem kapitalem Abwehrfehler von Jeff Strasser. David Williamson ließ Strasser auf der rechten Seite wie einen Anfänger aussehen und passte in den Fünf-Meter-Raum, wo der völlig ungedeckte Crowe zum 1:0 vollendete (36.). Obwohl mit beschränkten spielerischen Mitteln agierend, kämpften die Iren gewohnt aufopferungsvoll und wurden von den Zuschauern sogar mit Szenenapplaus bedacht. Den FCK hingegen entließen die Fans mit einem gellenden Pfeifkonzert und Sprechchören wie "Wir haben bezahlt, wir wollen was sehen" in die Halbzeitpause.
Der Bundesliga-Zehnte ging zu Beginn der zweiten Hälfte zunächst engagierter zu Werke. Ein Schuss von Pettersson (53.) war jedoch kein Problem für Russel. Koch (56.) und wiederum Pettersson (60.) vergaben weitere Möglichkeiten für die Heimmannschaft, bei der sich rasch wieder Fehlpässe und Missverständnisse häuften. Die Iren hatten durch Crowe (77.) und Dave Hill eine Minute später sogar noch die Chance, auf 2:0 zu erhöhen, doch Torhüter Georg Koch verhinderte mit zwei Glanzparaden Schlimmeres. FCK-Stürmer Lokvenc traf in der Schlussminute nur noch die Querlatte und vergab damit das allerdings unverdiente Unentschieden.
Von Rolf Sperber, dpa