Uefa-Cup: Leeds droht mit Rückzug - DER SPIEGEL
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Uefa-Cup Leeds droht mit Rückzug

Um das Rückspiel im Uefa-Cup-Halbfinale zwischen Leeds United und Galatasaray Istanbul herrscht immer noch ein heftiger Zwist. Die Uefa hat die Entscheidung darüber, wo das Spiel stattfinden soll, fürs Erste vertagt.
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Leeds - Nach den tödlichen Messerstichen gegen zwei Fans des englischen Erstligisten Leeds United vor dem Halbfinal-Hinspiel des Uefa-Pokals in der vergangenen Woche bei Galatasaray Istanbul, das der türkische Meister mit 2:0 gewann, droht Leeds-Präsident Peter Ridsdale der Europäischen Fußball-Union Uefa mit dem Boykott der zweiten Begegnung am 20. April, sollte sich die Uefa aus Sicherheitsgründen für einen neutralen Austragungsort entscheiden.

Die Dachorganisation will mit 48 Stunden Verzögerung jetzt erst am kommenden Freitag (14. April) festlegen, ob Fans von Galatasaray Istanbul die Einreise nach England gestattet wird. In ihrem Sitz in Nyon/Schweiz teilte die Uefa am Mittwoch mit, man wolle vor einem Votum "erst alle schriftlichen Berichte beider Seiten abwarten und auswerten". Uefa-Sprecher Thomas Giordano kündigte die Entscheidung "spätestens bis Freitagnachmittag" an.

Unterdessen spricht Ridsdale unverhohlen vom Ausstieg aus dem Wettbewerb. Dem englischen Rundfunksender "talkSport" sagte der Präsident von Leeds United: "Wenn wir dieses Spiel an einem neutralen Ort austragen müssen, werden wir zu der Überlegung gezwungen, ob wir weiter an diesem Wettbewerb teilnehmen."

Ridsdale fürchtet zudem um die Sicherheit seiner Spieler, die nach seinen Angaben noch in ihrem Istanbuler Hotel über Telefon Morddrohungen erhalten haben, obwohl die Delegationsleitung der Briten der Rezeption untersagt hatte, Gespräche auf die Zimmer durchzustellen. Ridsdale: "Unter diesen Umständen stand die Mannschaft im Hinspiel natürlich unter Schock und war psychisch eigentlich gar nicht in der Lage, die Begegnung durch zu stehen."

Den Messerstechern, denen die Schuld am Tod der Leeds-Anhänger Kevin Speight und Christopher Loftus am Tag vor dem Hinspiel zur Last gelegt wird, droht in der Türkei die Todesstrafe. Wie die Staatsanwaltschaft durch Chefermittler Osman Ikizoglu in Istanbul mitteilte, werde diese Strafe für den Fall beantragt, dass die Schuldigen ohne jeden Zweifel überführt werden können. Falls dies nicht möglich sei, sollen die fünf jungen Männer, gegen die am Montag Haftbefehl erlassen wurde, 20 Jahre ins Gefängnis müssen. Derzeit befinden sich die Tatverdächtigen in einem Hochsicherheitstrakt.

Im Vorfeld des Rückspiels will die Uefa von den Verantwortlichen in Leeds vor allen Dingen eines wissen: Ist die Sicherheit für die Fans von Galatasaray im Stadion an der Elland Road garantiert? Nach Angaben der türkischen Tageszeitung "Hürryet" wollen 10.000 trotz des drohenden Einreiseverbots den Trip auf die Insel antreten, und das, obwohl nach aktuellem Stand maximal nur 1700 Tickets zur Verfügung stehen sollen.

Die Auswirkungen der tödlichen Messerstiche haben mittlerweile auch wirtschaftliche Konsequenzen. Das türkische Ministerium für Tourismus vertagte eine geplante Sponsoring-Vereinbarung mit Galatasaray über mehr als sechs Millionen Mark. Werbe-Einblendungen in britischen Fernseh- und Hörfunkprogrammen wurden gestoppt - eine Maßnahme, mit der sich die Staatsbehörde von den Vorfällen in Istanbul distanzieren will.