Uefa-Cup Schwache "Löwen" nur 0:0
Drnovice - Gegen die tschechischen Nobodies von FK Petra Drnovice kam Fußball-Bundesligist 1860 München am Dienstagabend über ein mageres 0:0 nicht hinaus. Auf Grund der unansehnlichen Vorstellung haben die "Löwen", die in der Champions-League-Qualifikation an Leeds United gescheitert waren, vor dem Rückspiel am 28. September im heimischen Olympiastadion eine wenig komfortable Ausgangsposition. So fand auch Sechzig-Trainer Werner Lorant nach dem Abpfiff gewohnt markige Worte: "Zu Hause muss man sowieso gewinnen. Wenn man das nicht schafft, hat man in diesem Wettebwerb nichts zu suchen."
Vor lediglich 7024 Zuschauern besaßen die favorisierten Münchner gegen die Platzherren zwar zu Beginn eine leichte Feldüberlegenheit. Vor allem im zentralen Mittelfeld, wo Thomas Häßler nicht zu seiner gewohnten Form auflief, gab es jedoch einige Probleme. Die auch spielerisch erstaunlich starken Tschechen, die nach Wiederanpfiff das Heft des Handelns in die Hand nahmen, standen sehr kompakt und hatten zahlreiche Einschussmöglichkeiten.
Die beste Gästechance vergab zunächst der insgesamt schwache Martin Max in der Mitte der ersten Halbzeit: Der Torjäger verpasste nach einer Flanke von Harald Cerny freistehend vor Torwart Martin Vaniak (17.). Der Australier Paul Agostino patzte nur wenig später - ebenso freistehend - nach einer Flanke von Marcus Pürk (22.)
Der Tabellenzehnte der ersten tschechischen Liga agierte aus einer dicht gestaffelten Abwehr und versuchte, über Konter zum Torerfolg zu gelangen. Die beste Chance folgte jedoch auf eine Standard-Situation: Nach einem Freistoß köpfte Rene Formanek an die Latte (10.). Max, der die Bewachung des 24-Jährigen übernommen hatte, sah dabei schlecht aus. In der zweite Halbzeit verpasste zudem Martin Müller (54.) das "Löwen"-Gehäuse nur knapp.
Die Münchner starteten mit zwei Veränderungen in der Anfangsformation gegenüber dem letzten Bundesliga-Spiel am Samstag gegen Schalke 04 (1:1). Zwar meldete sich Kapitän Marco Kurz nach seiner Wadenverhärtung wieder einsatzbereit, doch ließ Trainer Werner Lorant im zentralen defensiven Mittelfeld Daniel Borimirow anstelle von Thomas Riedl spielen. Auf der linken Außenbahn gönnte der Coach zudem zunächst Youngster Daniel Bierofka eine Verschnaufpause, der "U 21"-Nationalspieler wurde aber in der zweiten Halbzeit eingewechselt.
Bei den Platzherren fehlte erwartungsgemäß der einzige Star im Team. Miroslav Kadlec, nach dem Titelgewinn mit dem 1. FC Kaiserslautern zurück in die Heimat gewechselt, musste sich ebenfalls nach einer Achillessehnen-Operation noch schonen.
Von Frantisek Steiner, sid