Uefa-Cup Stuttgart ideenlos - aber siegreich
Stuttgart - Dem VfB Stuttgart steht auf dem Weg in die zweite Runde des Uefa-Pokals noch Schwerstarbeit bevor. Nach dem mageren 1:0 (1:0)-Erfolg gegen Heart of Midlothian fahren die Schwaben nur mit einem äußerst dünnen Polster zum Rückspiel am 28. September ins schottische Edinburgh. Ein Freistoßtor des Bulgaren Krassimir Balakow (35.) sorgte fünf Tage nach glanzvollen 2:1 über Bayern München in der Bundesliga für das einzige Highlight einer insgesamt faden Vorstellung.
Der Torschütze fasste es am Ende treffsicher zusammen: "Das Positive ist, dass wir kein Tor gekriegt und selber eins gemacht haben", sagte Krassimir Balakow. Und auch Sportdirektor Karlheinz Förster sah das eher deprimierende Gekicke am Donnerstagabend pragmatisch: "Das Ergebnis ist nicht so schlecht. Zwar ist es nicht das Wunschergebnis, aber die Hearts müssen jetzt auch erst mal 2:0 gegen uns gewinnen."
Die 10.000 Zuschauer im Gottlieb-Daimler-Stadion quittierten den streckenweise ideenlosen Fußball der Gastgeber mit Pfiffen, VfB-Trainer Ralf Rangnick sprang in der zweiten Halbzeit immer wieder von seiner Bank auf und versuchte, das Spiel seiner Mannschaft zu ordnen. Allerdings vergebens, denn ohne Flügelspiel machte der VfB es dem Gegner allzu leicht, die Schotten dicht zu halten. So war es auch eine Standardsituation, die zum 1:0 führte.
Nach einem Foul an Silvio Meißner zirkelte Balakow den Ball in der 35. Minute über die Mauer ins Netz. Der VfB hatte die Hearts-Mauer mit vier Spielern irritiert, den Schotten half es auch nicht, dass sie den Österreicher Thomas Flögel als Absicherung auf die Torlinie zurückgezogen hatten.
Coach Rangnick hatte seine Mannschaft gegenüber dem Erfolg gegen die Bayern auf vier Positionen umgestellt. Sean Dundee, Jochen Seitz, Ahmed Hosy und Jochen Endreß rückten neu ins Team. Gegen den viermaligen schottischen Meister probierten es die Gastgeber mit drei Spitzen, taten sich aber im Spielaufbau schwer. So hatten die Schotten die erste große Torgelegenheit. Einen Schuss des Jamaikaners Fitzroy Simpson lenkte VfB-Keeper Timo Hildebrand mit Mühe um den Pfosten (16.).
In der 42. Minute hatte Dundee das 2:0 auf dem Fuß. Nach einem Doppelpass mit Pablo Thiam schoss der VfB-Torjäger jedoch aus rund elf Metern am schottischen Gehäuse vorbei. Nach dem Seitenwechsel gelang es den Stuttgartern auch mit der Führung im Rücken nicht, Ruhe und Linie ins Spiel zu bringen. Sie erarbeiteten sich in den zweiten 45 Minuten kaum eine klare Torchance.
Von Hans-Peter Sick, sid