Uefa-Cup: Triumph der Torhüter - DER SPIEGEL
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Uefa-Cup Triumph der Torhüter

Deutschland, deine Schlussmänner: Die Torhüter von Bremen und Leverkusen haben ihren Teams alle Chancen auf das Achtelfinale im Uefa-Pokal erhalten. Werder-Keeper Tim Wiese parierte beim Sieg der Bremer gegen Braga zwei Elfmeter. René Adler sicherte mit seinen Paraden das Remis in Istanbul.
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Bremen - Dank Wiese ist für Werder Bremen der Einzug ins Achtelfinale des Uefa-Pokals in greifbare Nähe gerückt. Der Bundesliga-Zweite besiegte Sporting Braga im Weserstadion 3:0 (2:0) und fährt damit mit einer guten Ausgangsposition zum Rückspiel in der kommenden Woche in Portugal. Weit mehr als die Torschützen Naldo (4.), Daniel Jensen (27.) und Hugo Almeida mit einem Handelfmeter in der vierten Minute der Nachspielzeit war Werder-Keeper Wiese mit zwei parierten Elfmetern dabei der Held des Abends. In Istanbul kam Bayer Leverkusen zu einem glücklichen 0:0 gegen Galatasaray.

Wiese wehrte in der 11. und 36. Minute gleich zweimal einen Strafstoß der portugiesischen Gäste ab. Zunächst scheiterte der österreichische Nationalspieler Roland Linz am Bremer Keeper, im zweiten Anlauf fand Jorginho mit seinem Strafstoß in Wiese seinen Meister. 25.690 Zuschauer feierten den Schlussmann schon in der Halbzeitpause mit "Wiese für Deutschland"-Sprechchören. Der Torhüter hatte bereits vor drei Tagen in der Bundesliga seine Teamkollegen vor einer Niederlage bewahrt, als er beim Bundesliga-Spitzenspiel in München (1:1) einen Foulelfmeter von Luca Toni abwehren konnte.

"Es wird hier immer wieder was Neues geboten. Es wird nicht langweilig", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf: "Vom Ergebnis her war das in Ordnung. Leider haben wir in der zweiten Halbzeit etwas den Faden verloren, aber ich will nicht meckern." Wiese sprach von einem "Supertag, nicht nur für die Mannschaft". Mit Blick auf den griechischen Schiedsrichter Georgios Kasnaferis, der mit beiden Elfmeter-Entscheidungen für Braga falsch lag, meinte Wiese: "Ich habe schon viele Blinde gesehen, aber das war die Krönung."

"Tim hat uns bravourös im Spiel gehalten, das war ein ganz besonderer Tag für ihn", sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs. Ungeachtet der großen Leistung von Wiese verpassten es die Bremer insbesondere in der ersten Halbzeit, einen noch größeren Vorsprung für das Rückspiel herauszuschießen. So traf Nationalspieler Per Mertesacker in der 16. Minute per Kopfball nur den linken Torpfosten, lediglich 60 Sekunden später vergab der Schwede Markus Rosenberg in aussichtsreicher Position.

Trotz des frühen Rückstands blieben die Gäste über weite Strecken sehr harmlos und waren selbst nach dem Seitenwechsel fast nur bemüht, die offensichtlich einkalkulierte Niederlage in Grenzen zu halten. Bragas Trainer Manuel Machado machte keinerlei Anstalten, sein Team offensiver einzustellen.

Schaaf hatte überraschend den lange an der Leiste verletzten Nationalspieler Clemens Fritz in die Startformation beordert, ebenso unerwartet saß Mittelfeldspieler Tim Borowski fast eine Stunde lang auf der Reservebank. Der Erfolg für den Bundesliga-Zweiten war indes hochverdient, obwohl speziell Mittelfeldregisseur Diego nicht seinen besten Tag erwischt hatte und nur selten spielerische Glanzpunkte setzen konnte. In der 74. Minute musste der Brasilianer daher fast folgerichtig Zugang Mesut Özil Platz machen.

Leverkusen besteht mit Glück in Istanbul

Istanbul - Im Schneetreiben von Istanbul hat sich Bayer Leverkusen eine gute Ausgangsposition für den Sprung ins Achtelfinale des Uefa-Cups erarbeitet. Das Team von Trainer Michael Skibbe kam beim von Karl Heinz Feldkamp trainierten 16-maligen türkischen Meister Galatasaray Istanbul trotz einer schwachen Leistung zu einem 0:0 und kann am 21. Februar in der heimischen BayArena den Einzug in die nächste Runde perfekt machen.

Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Ali-Sami-Yen-Stadion zeigte Leverkusen aber wenig von dem Offensivfußball, der Bayer zuvor zu sieben Siegen und einem Unentschieden in den letzten neun Pflichtspielen geführt hatte. Stattdessen zeigte das Team viele Fehler im Spielaufbau und war nicht nicht in der Lage, den Tabellenführer der türkischen Süper Lig in Verlegenheit zu bringen.

Stattdessen mussten sich die Gäste bei ihrem Torhüter René Adler bedanken, der gleich dreimal die Führung der auch nicht überzeugenden Türken verhinderte. In der 41. Minute verkürzte Adler gegen Galatasarays Torjäger Hakan Sükür geschickt den Winkel und lenkte dessen Schuss mit den Fingern zur Ecke ab. In der 52. Minute stand Adler richtig, als Ümit vier Meter vor dem Tor frei an den Ball kam. Und in der 71. Minute war der Schlussmann erneut zur Stelle, als Hakan Sükür mit der Fußspitze gefährlich an den Ball kam.

Die einzige im Ansatz gefährliche Offensivaktion der Leverkusener vertändelte Sergej Barbarez, als er nach einem Abspielfehler der Galatasaray-Abwehr Stefan Kießling bedienen wollte, anstatt selbst den Abschluss zu suchen (29.). Allerdings war auf dem nach stundenlangem Schneeregen schwer bespielbaren Platz auch nicht einfach, technisch ansprechenden Fußball zu zeigen.

"Mit dem Ergebnis bin ich hochzufrieden. Mehr war heute wirklich nicht drin. Galatasaray hat 90 Minuten Druck gemacht und uns kaum zur Entfaltung kommen lassen", sagte Bayer-Coach Skibbe. Istanbuls Trainer Feldkamp brachte den Spielverlauf in einem Satz auf den Punkt: "Wenn wir Boxer wären, dann hätten wir nach Punkten gewonnen."

fpf/sid

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