Uefa-Cup: Union lässt nichts anbrennen - DER SPIEGEL
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Uefa-Cup Union lässt nichts anbrennen

Eine starke erste Halbzeit reichte dem 1. FC Union Berlin, um in die nächste Europapokal-Runde einzuziehen. Der Gegner aus Finnland stellte sich als harmlos heraus.
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Berlin – Obwohl 1. FC Union Berlin sein Heimspiel nicht an gewohnter Stelle ausführen konnte – die Alte Försterei entsprach nicht den Uefa-Richtlinien -, hat der Zweitligist problemlos die nächste Runde des Uefa-Cup erreicht. Mit 3:0 (2:0) wurde im Jahnsportpark, wo einst der BFC Dynamo Berlin zu Hause war, der finnische Kontrahent Haka Valkeakoski besiegt, von dem man sich bereits im Hinspiel 1:1 getrennt hatte. Die Tore für die gleichwohl konzentriert und temperamentvoll agierenden Berliner erzielten Djurkovic (36.), Chifon (43.) und Koilow (90.). Lediglich die mangelnde Torausbeute des DDR-Pokalsiegers von 1968 verhinderte eine Blamage für die Finnen.

Umschalten auf Zweitliga-Alltag


Während die Mannschaft für den Erfolg mit 300 000 Mark belohnt wird, darf sich der Verein auf zusätzliche Einnahmen von bis zu 1,5 Millionen Mark freuen. "Ich bin stolz auf diese Mannschaft, aber schon jetzt müssen wir umschalten. Der nächste Gegner heißt Saarbrücken", dachte Trainer Georgi Wassilew in der Stunde des Erfolgs bereits an den Zweitliga-Alltag. Union-Präsident Heiner Bertram war nach dem neuerlichen Höhepunkt in der Berliner Vereinsgeschichte überglücklich: "Es ist einfach toll, in dieser Atmosphäre zu spielen. Deswegen ist mir völlig egal, gegen wen wir in der nächsten Runde antreten müssen. Wir wollen einfach nur begeisternden Fußball spielen."

Nur in der Anfangsphase wirkte der letztjährige Pokalfinalist trotz klarer Feldüberlegenheit nervös. Es dauerte eine knappe halbe Stunde, bis gefährlichen Szenen entstanden, mit denen dann jedoch zunächst fahrlässig umgegangen wurde. So schoss Kameruns "U21"-Nationalspieler Chifon freistehend aus 20 Metern zunächst über das Tor (26.). Wenig später überwand er mit einem Heber zwar Haka-Keeper Andras Vilnrotter, aber Juuso Kangaskorpi klärte vor der Linie (28.). Torjäger Sreto Ristic, der in Valkeakoski den Ausgleich erzielte hatte und im deutschen Unterhaus bereits fünf Saisontreffer markierte, zielte aus spitzem Winkel knapp vorbei (33.).

Schwerfällige Finnen


Während die Berliner nach dem Führungstor noch mehr aufdrehten, agierten die Finnen weiter extrem harmlos und schwerfällig. Der Halbzeitstand war nach weiteren Hochkarätern von Ristic (41.) und Djurkovic (42.) geradezu schmeichelhaft. So sah es auch Hakas Trainer Keith Armstrong: "Die einzige positive Sache heute ist, dass ich hier viele glückliche Gesichter sehe. Das Spiel hat keinen Zweifel darüber gelassen, wer das bessere Team und das bessere Angriffsspiel hat. In einer Traumwelt hätte ich mir gewünscht, dass die komplette Abwehr von Union gefehlt hätte, aber dennoch wäre es für Haka nicht leicht geworden."

In der zweiten Halbzeit schonte sich das Team von Trainer Georgi Wassilew für das Punktspiel am Wochenende in Saarbrücken und verlegte sich aufs Kontern. Das Spiel auf nassem Geläuf kostete ohnehin schon genug Kraft. Die aussichtsreichsten Angriffe im zweiten Durchgang vergaben dabei der etwas glücklos spielende Ristic (59.) und Chifon (70.), als sie jeweils alleinstehend scheiterten. Auf der anderen Seite verbrachte Union-Keeper Sven Beuckert einen ruhigen Abend. In der 90. Minute gelang Koilow mit einem Kabinettstückchen ein wunderschönes Tor, das alle Anwesenden zufrieden nach Hause gehen ließ.

1. FC Union Berlin - Haka Valkeakoski 3:0 (2:0)
1:0 Djurkovic (36.)
2:0 Chifon (43.)
3:0 Koilow (90.)
Berlin: Beuckert - Persich, Menze, Ernemann - Kremenliew, Koilow, Widolow, Nikol - Chifon (72. Isa), Ristic (87. Balcarek), Djurkovic (66. Fiel)
Valkeakoski: Vilnrotter - Kangaskorpi, Karjalainen, Pasanen, Aalto - Marco (46. Nyyssönen), Wilson, Ruhanen (82. Innanen), Algan (46. Torkkeli) - Kovacs, Väisänen
Schiedsrichter: Stephen Graham Bennett (England)
Zuschauer: 12.111
Gelbe Karten: Djurkovic - Algan, Aalto