Uefa Das "Golden Goal" hat ausgedient
Stockholm - Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat auf ihrer Exekutiv-Sitzung in Stockholm die Abschaffung des "Golden Goal" beschlossen. Bei unentschiedenem Spielstand nach 90 Minuten sollen die Europacup-Finals ab der nächsten Saison mit einer neuen Entscheidungsformel versehen werden. Dies meldet die Schweizer Nachrichtenagentur "SI".
Endet das Champions-League- oder Uefa-Cup-Finale im kommenden Jahr nach 90 Minuten unentschieden, wird eine 15-minütige Verlängerung angehängt. Jene Mannschaft, die nach diesen 15 Zusatzminuten in Führung liegt, hat das Spiel gewonnen. Steht die Partie auch nach 105 Minuten unentschieden, folgt nochmals eine 15- minütige Verlängerung. Sollte auch nach dieser Zusatzzeit kein Sieger feststehen, kommt es zum Elfmeterschießen.
Das "Golden Goal" musste bei Uefa-Wettbewerben erst viermal zur Entscheidungsfindung herangezogen werden. 1996 gewann Deutschland das EM-Finale gegen Tschechien (2:1) in London dank eines Treffers von Oliver Bierhoff in der Verlängerung. Vor zwei Jahren triumphierte Frankreich im Euro-Endspiel in Rotterdam durch ein Tor von David Trezeguet über Italien, und im vergangenen Frühjahr bezwang der englische Rekordmeister FC Liverpool den spanischen Club CD Alaves durch ein Eigentor von Delfi Geli im Dortmunder Westfalenstadion mit 5:4. Das vorläufig letzte "Golden Goal" in einem Finale unter Uefa-Aufsicht schoss DFB-Nationalspielerin Claudia Müller am 7. Juli 2001 zum 1:0-Sieg im EM-Finale gegen Schweden.