Rassismusvorwürfe Uefa ermittelt gegen den Schiedsrichter
Fifa-Schiedsrichter Hategan, Mitte: Uefa leitet Ermittlungen ein
Foto: AP/dpaHamburg - Nach den Ermittlungen gegen ZSKA Moskau wegen rassistischer Fan-Beschimpfungen gegen Yaya Touré hat die Europäische Fußball-Union Uefa auch eine interne Untersuchung gestartet. Auf Verlangen von Verbandspräsident Michel Platini solle das Verhalten des Schiedsrichters geprüft werden. Das teilte die Uefa mit.
Demnach solle untersucht werden, warum der rumänische Referee Ovidiu Alin Hategan bei der Champions-League-Partie des russischen Clubs gegen Manchester City nicht das übliche Protokoll mit einem Matchabbruch als strengste Konsequenz genutzt habe. Der ivorische Mittelfeldspieler Touré hatte sich während der Partie bei dem Unparteiischen über Affenlaute und Beschimpfungen aus dem Publikum beschwert.
Hategan nahm diese Vorfälle in seinen Spielbericht auf, der an die Uefa-Disziplinarkommission geht, war aber ansonsten nicht eingeschritten. Das Uefa-Protokoll sieht folgende Maßnahmen bei rassistischen Vorfällen vor: Zunächst kann der Referee das Spiel unterbrechen und eine Stadiondurchsage anordnen. Sollten die Beleidigungen anhalten, hat der Referee die Möglichkeit, die Mannschaften für einen gewissen Zeitraum in die Kabinen zu schicken und die Partie anschließend abzubrechen.
Spielervereinigung unterstützt Touré
Weil der rumänische Unparteiische das Spiel zuvor trotz Tourés Beschwerde weder unterbrochen noch eine Durchsage im Stadion veranlasste hatte, forderte das englische Anti-Rassismus-Projekt "Kick it out" Konsequenzen. Auch die Profivereinigung Fifpro schloss sich der Kritik an. Zudem lobten beide das Projekt als auch die Spielervereinigung das Verhalten von Touré.
Der Kontroll- und Disziplinarausschuss der Uefa soll sich am 30. Oktober mit der Angelegenheit befassen.