Uefa-Pläne Platini will gegen Gewalt vorgehen
Nyon - Rund zwei Monate nach seiner Wahl hat Michel Platini den ersten Maßnahmenkatalog verabschiedet. Im Mittelpunkt soll dabei der Kampf der Europäischen Fußball-Union gegen Gewalt und Rassismus stehen. Dies wurde auf einer Sitzung des Uefa-Exekutiv-Komitees in Nyon bekanntgegeben. Der neue Präsident verpflichtete sich darüber hinaus, einen Brief an alle 53 Mitgliedsverbände zu schreiben, in denen er darauf hinweisen will, dass alle Vereine, Vereinsführer, Trainer und Spieler ihren Beitrag im Kampf gegen Gewalt und Rassismus im Fußball zu leisten haben.
Die Uefa hat nach den jüngsten Vorkommnissen eine Null-Toleranz-Politik gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit im Fußball angekündigt. Dabei wünscht sich Platini Unterstützung durch die Polizei und die Regierung. Vor kurzem hatte Platini mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso eine gemeinsame Verurteilung von Gewalt im Fußball veröffentlicht.
Im personellen Bereich wurden von der Uefa ebenfalls Weichen gestellt, denn die Administration hat wieder eine neue Führungsfigur. Der Schotte David Taylor wird am 1. Juni 2007 seinen neuen Posten als Uefa-Generalsekretär antreten und wird Nachfolger von Lars Christer Olsson aus Schweden, der drei Tage nach der Wahl von Platini die Uefa verlassen hatte. Seitdem führte der Italiener Gianni Infantino, Leiter der Abteilung Rechts- und Lizenzwesen, die Geschäfte des Verbandes kommissarisch.
Außerdem wurde auf der Sitzung eine Strategiekommission eingesetzt. Ihr gehört unter anderem Uefa-Vizepräsident Gerhard Mayer-Vorfelder an. In dem Gremium befinden die vier Vizepräsidenten der Uefa, vier vom Vereinsforum zu wählende Klubvertreter, vier Spielervertreter und vier Vertreter der Ligen. "Vereine, Ligen und Spieler sind zum ersten Mal in die Uefa-Statuten eingebunden", sagte Uefa-Kommunikationsdirektor William Gaillard, der von einem "revolutionären" Schritt sprach. Da Mayer-Vorfelder in der Strategie-Kommission mitwirkt, hat Deutschland auf alle Fälle einen Sitz, Stimme und Einfluss in dem Organ, dass die Weichen für die Entwicklung des europäischen Fußballs in den kommenden Jahren stellen wird.
jr/sid