Financial Fairplay Uefa leitet Verfahren gegen Paris Saint-Germain ein
PSG-Chairman Nasser Al-Khelaifi (l.) und Neymar (r.)
Foto: CHRISTIAN HARTMANN/ REUTERSDem französischen Topklub Paris Saint-Germain droht nach den jüngsten Rekordtransfers des Brasilianers Neymar und des Franzosen Kylian Mbappé Ärger wegen möglicher Verstöße gegen das Financial Fairplay.
Für die Uefa ist das Financial Fairplay ein zentraler Regelungsmechanismus, der darauf abzielt, die finanzielle Nachhaltigkeit des europäischen Fußballs abzusichern. Wie die Europäische Fußball-Union mitteilte, wurde gegen PSG ein förmliches Prüfverfahren eingeleitet.
Die Untersuchungskammer der Uefa-Finanzkontrollkammer richte ihren Fokus dabei "auf die Einhaltung des Klubs in Sachen Break-Even-Anforderungen, vor allem in Bezug auf die jüngsten Transferaktivitäten". Das Financial Fairplay der Uefa ist seit 2011 in Kraft und gilt jeweils für den Zeitraum der zurückliegenden drei Jahre. Innerhalb dieser drei Jahre darf jeder Klub einen Verlust von bis zu 30 Millionen Euro verzeichnen, wenn ein Geldgeber diesen ausgleicht. PSG ist seit 2012 komplett in der Hand einer katarischen Investorengruppe.
PSG hatte den Brasilianer Neymar vom FC Barcelona für 222 Millionen Euro verpflichtet. Kurz vor Transferschluss war auch der Wechsel des Franzosen Kylian Mbappé von Meister AS Monaco zu PSG vollzogen worden. Der 18-Jährige wird für ein Jahr ausgeliehen, danach gibt es die Option auf einen Vierjahresvertrag bis 2022. Im Gespräch ist eine Ablöse von 180 Millionen Euro.
In den kommenden Monaten werde sich die Kammer regelmäßig treffen, um alle Unterlagen, die den Fall betreffen, sorgfältig auszuwerten. Äußern möchte sich die Uefa während der laufenden Untersuchungen nicht.
Die möglichen Sanktionen reichen von einer Ermahnung über Geldstrafen bis zu einem Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben, wie es beim FC Malaga 2013 vollzogen wurde. Große Klubs traf es bislang weniger hart: 2014 mussten Manchester City und Paris hohe Geldstrafen zahlen, zudem durften sie nur einen verkleinerten Kader für die Spiele in der Champions League melden.