UI-Cup Häßler lässt die Löwen hoffen
Hamburg - Während der TSV 1860 München am Sonntag zu einem wertvollen 2:1 (1:1)-Auswärtssieg beim holländischen Vertreter RCK Waalwijk kam, mussten sich der VfL Wolfburg im heimischen VfL-Stadion trotz einer 4:1-Führung mit einem 4:3 (3:1) gegen den weißrussischen Vertreter Dinamo Minsk begnügen. Noch schlimmer erwischte es Werder Bremen, die sich gar eine 2:3-(1:0)-Schlappe gegen den KAA Gent aus Belgien in Oldenburg leisteten.
"Ein 8:2 wäre möglich gewesen"
"Wir haben es nach dem 4:1 einfach schleifen lassen", zeigte sich Wolfsburgs Manager Peter Pander über den fahrlässigen Verlust einer besseren Ausgangsposition für das Rückspiel am Samstag erbost: "Ein 8:2 wäre eher möglich gewesen als dieses 4:3. In Minsk müssen wir nun höllisch aufpassen. Ich denke aber, dass wir noch alle Chancen haben."
Andrzej Juskowiak und Martin Petrow, die gemeinsam mit Robson Ponte eine stets gefährliche Angriffsreihe bildeten, sowie Charles Akonnor hatten bis zur 60. Minute den komfortablen VfL-Vorsprung herausgeschossen. Doch Piotr Kachura, der zwischenzeitlich per Foulelfmeter bereits den 1:1-Ausgleich erzielt hatte, und Witali Ledzianiou konnten einige Nachlässigkeiten in der VfL-Abwehr ausnutzen.
"Hauptsache gewonnen"
Die Löwen begannen in Waalwijk schwach und geriet durch Van den Berg verdient in Rückstand (19.), dann aber bewies Thomas Häßler vor nur 3000 Zuschauern erneut seine Qualitäten. Der 35 Jahre alte Regisseur zirkelte aus 30 Metern Entfernung einen Freistoß genau in den Winkel (45.). In der 73. Minute machte Martin Max per Kopfball den wichtigen Auswärterfolg perfekt. Nun können die 60er dem Rückspiel am Samstag in Augsburg gelassen entgegensehen. "Hauptsache gewonnen", meinte 1860-Trainer Werner Lorant nach dem Erfolg, übte jedoch auch Kritik: "Wir waren nicht konzentriert und haben den Ball oft verloren. Daran müssen wir arbeiten."
Sichtlich angefressen war hingegen Werder-Trainer Thomas Schaaf. "Mit dem Ergebnis bin ich natürlich sehr unzufrieden. In der ersten Halbzeit haben wir zwar ansehnlich nach vorn gespielt, aber die Chancenauswertung war viel zu schwach. Nach der Pause haben die Kräfte dann nachgelassen, das ist in der Vorbereitung jedoch ganz normal", sagte der 40-Jährige.
Blackout in der Bremer Abwehr
Zwei Ailton-Tore hatten den Hanseaten, die noch ohne ihren peruanischen Neuzugang Roberto Silva antreten mussten, bis zur 88. Minute ein mühevolles 2:2 beschert. Doch Darko Anic vermieste den Bremern mit seinem Siegtreffer für die Gäste endgültig die Laune - zumal der Ball vor dem 2:3 bereits die Torauslinie überschritten zu haben schien.
"Dass wir nicht weiterspielen und nur protestieren, war einfach unprofessionell", ereiferte sich Schaaf über seine Schützlinge. Im Rückspiel am Samstag in der Haupstadt Ost-Flanderns muss der Coach zudem auf Routinier Dieter Eilts verzichten, der per Gelb-Roter-Karte des Feldes verwiesen wurde.