UI-Cup "Stuttgart im Uefa-Cup!"
Stuttgart - Nicht ganz ohne Stolz über das Erreichte sagte VfB-Trainer Ralf Rangnick nach dem Abpfiff im Gottlieb-Daimler-Stadion: "Alle, die geglaubt haben, dass wir diesen schweren gang nicht schaffen, haben wir heute eines Besseren belehrt." Dank der guten Vorarbeit haben sich die Überstunden im UI-Cup für den VfB Stuttgart gelohnt. Die Schwaben sicherten sich mit einem 1:1 (0:1) im Finalrückspiel gegen den französichen Vertreter AJ Auxerre nach dem 2:0-Hinspielerfolg den Einzug in die erste Runde des Uefa-Cups (14. und 28. September) sowie bereits entgangen geglaubte Millionen-Einnahmen.
Der VfB, der den direkten Einzug durch ein 3:3 gegen Absteiger Arminia Bielefeld am letzten Bundesliga-Spieltag der vergangenen Saison verpasst hatte, steht nun zum insgesamt 15. Mal in einem europäischen Wettbewerb. Stuttgart ist erst die dritte deutsche Mannschaft nach dem Karlsruher SC (1996) und Werder Bremen (1998), die ihre Chance über den sogenannten "Strohhalm-Cup" genutzt hat.
Vor der Minuskulisse von nur 12.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion glich Krassimir Balakow mit einem sehenswerten Effet-Freistoß in der 62. Minute in den Torwinkel die überraschende Halbzeitführung der Gäste durch Olivier Kapo (38.) aus. Den Erwerb ihrer Siegprämie in Höhe von 50.000 Mark machten sich die VfB-Akteure aber unnötig schwer.
Drei Tage nach dem fulminanten 4:1 im Punktspiel gegen Vizemeister Bayer Leverkusen musste erst Vorstandsmitglied Hansi Müller in der Halbzeitpause "Alarmstufe Rot" ausgeben, um seine zuvor zwar tonangebenden aber lustlos wirkenden Profis zu wecken. Die Fans hatten ihre Mannschaft mit einem gellenden Pfeiffkonzert in die Kabine verabschiedet. Dabei hatte Trainer Ralf Rangnick seine Formation im Vergleich zum Leverkusen-Spiel nur auf zwei Positionen verändert: Silvio Meißner und Marcelo Bordon kehrten in die Viererabwehrkette zurück. Viel zu tun bekam die VfB-Hintermannschaft jedoch nicht. Mit eigenen Fehlern brachten die Schwaben den Tabellenneunten aus Frankreich ins Spiel.
"Stuttgart im Uefa-Cup", skandierten die Fans. Den größten Beitrag zum erfolgreichen Abschneiden nach insgesamt acht Spielen der Uefa-Intertotorunde und der wiedergewonnenen Aussicht auf Mehreinnahmen zwischen sechs und acht Millionen Mark hatte sich der VfB trotz des schwachen letzten Auftritts zuvor redlich verdient.
Von Mark Mittasch und Hans-Peter Sick