Uli Hoeneß: "Fußball ist keine Ramschware" - DER SPIEGEL
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Uli Hoeneß "Fußball ist keine Ramschware"

Uli Hoeneß hat auf die jüngsten Diskussionen um die Bundesliga-Rechte mit heftiger Kritik an der Deutschen Fußball Liga (DFL) sowie den TV-Sendern Sat.1 und Premiere reagiert. Nach Meinung des Bayern-Managers verkauft sich die Bundesliga weit unter Wert.
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Marbella - "Ich verstehe nicht, warum die DFL so rumeiert und sich so vorführen lässt", polterte Hoeneß im Trainingslager der Bayern im spanischen Marbella. "Wenn Sat.1 die Rechte nicht will, dann sollen sie es bleiben lassen. Wir sind nicht auf Sat.1 angewiesen. Das gleiche gilt für Premiere. Wenn die den Fußball nicht mehr haben, können sie zum Konkursrichter gehen." Deutschland sei Weltmeister im Jammern, "und die Fernsehgesellschaften sind oben dran".

Der Bayern-Manager bezeichnet den Fußball immer noch als ein "Superprodukt, gerade im Hinblick auf die WM 2006". Das sei keine "Ramschware, die man auf dem Jahrmarkt verscherbelt", sagte Hoeneß und fordert für den neuen Fernsehvertrag mehr statt weniger Geld. "Wir können aus einer Position der Stärke verhandeln und müssen uns nicht ducken. Es kann nur über mehr Geld geredet werden. Ich stelle mir 120 bis 150 Millionen Euro vor."

Premiere-Chef weist Kritik zurück


Premiere-Chef Georg Kofler wollte die Kritik an seinem Sender nicht gelten lassen. "Dass er auf Sat.1 sauer ist, stimmt und kann ich verstehen. Aber was uns angeht, muss das ein Missverständnis sein", sagte der Geschäftsführer: "Wir sehen uns als Partner der DFL. Wir sind ein Großfinanzier der Liga. Wir zahlen fast doppelt soviel wie das Free-TV und sind der beste Promotor für den Profi-Fußball in Deutschland."

Als möglichen Abnehmer der Erstausstrahlungsrechte im Free-TV brachte Hoeneß zudem die ARD wieder ins Gespräch. "Die ARD will die WM-Spiele 2006. Wer die will, der muss auch Bundesligaspiele kaufen. Dann liegt alles in einer Hand", argumentierte Hoeneß.

Zuletzt hatte die ARD jedoch jegliches Interesse an den Bundesliga-TV-Rechten dementiert. ARD und ZDF hatten vor kurzem bereits mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Länderspiel-Vertrag für 390 Millionen Euro für fünf Jahre verlängert.

Sat.1-Angebot steht bei 50 Millionen Euro


Derzeit zahlt Sat.1 für die Bundesliga-Rechte im Free-TV 80 Millionen Euro pro Saison. Dem Privatsender sind die Rechte künftig aber angeblich nur noch 50 Millionen Euro wert. Auch Premiere hatte zuletzt bereits angekündigt, weniger Geld zahlen zu wollen. Zuletzt gab es sogar Gerüchte, dass die Bundesliga mangels Interesse künftig nur noch im Pay-TV zu sehen sein wird.

Bis März hat Sat.1 für Verhandlungen mit der Infront AG Zeit, um die Option für die Bundesliga-Übertragungen zu ziehen. Einigt man sich nicht, kann die Schweizer Firma die Rechte auch anderen Fernsehsendern anbieten.

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