Uli Hoeneß "Ich bin unschuldig"
München - Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat sein tagelanges Schweigen gebrochen und sich erstmals nach der positiven Haaranalyse von Christoph Daum konkret zur Schlammschlacht im deutschen Fußball geäußert. "Mir ging es damals nur darum, dass der Job des Bundestrainers unbeschadet bleibt. Die Leute sollen endlich erkennen, dass ich total unschuldig bin an dieser Geschichte", sagte Hoeneß am Dienstagabend nach dem 0:0 des deutschen Rekordmeisters in der Champions League gegen Helsingborg IF.
Hoeneß hatte mit seinen Äußerungen die Affäre Anfang Oktober ausgelöst - ob gewollt oder nicht. Am Ende hatte der Ex-Nationalspieler mit seinen Vorbehalten gegenüber Daum Recht behalten. Hoeneß verurteilte zudem, dass sich nach Daums Flucht in den US-Bundesstaat Florida etliche Personen zum "Fall Daum" äußern: "Ich gehöre nicht zu denen, die jetzt noch auf Daum drauftreten. Ich habe die Aussage gemacht, als er stand; andere machen sie, wenn er liegt."
Bereits tags zuvor war Hoeneß mit dem ehemaligen Bundesligaprofi Jimmy Hartwig hart ins Gericht gegangen: "Wer einen so charakterlosen Menschen wie Herrn Hartwig hernimmt, um irgendeine These zu untermauern, der ist unseriös." Hartwig hatte behauptet, dass er wüsste, dass Daum gekokst hätte und dass auch mindestens 20 bis 30 Bundesligaspieler koksen würden.
Hoeneß hege im "Fall Daum" nach eigener Aussage "keine Triumphgefühle" und fühle sich auch nicht als Sieger. Seinem "Intimfeind", der laut den Ergebnissen der Haaranalyse Drogen konsumiert hat, wünschte Hoeneß "dass er wieder gesund wird". Der ehemalige Trainer von Bayer Leverkusen, der eigentlich im nächsten Jahr das Amt des Bundestrainers hätte übernehmen sollen, will in Florida mit einer neuerlichen Probe seine Unschuld beweisen.
In Bremen hat sich indes ein alter Intimfeind des Münchner Managers zu Wort gemeldet und für Brisanz vor dem Bundesligaspiel am kommenden Samstag gesorgt, wenn Bayern München zu Gast im Weserstadion ist. Werders Ex-Manager Willi Lemke betonte nach dem Uefa-Cup-Spiel der Hanseaten gegen RC Genk, dass er das Verhalten seines ehemaligen Kollegen im Fall Daum für unentschuldbar hält. Zwischen den Zeilen unterstellte Lemke den Münchnern, dass sie mit dem Abschuss von Christoph Daum auch den designierten DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder stürzen wollen. "Wenn man diese furchtbaren Gerüchte und Fakten kennt, dann kann man nicht nach Leverkusen fahren und fragen, ob Christoph Daum aus seinem Vertrag herauskommt. MV hätte vorher gewarnt werden müssen", spricht der Bremer die Vorkommnisse im Juli an, als Franz Beckenbauer zusammen mit "MV" nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Erich Ribbeck suchte.