Umfrage "Task Force" in Frage gestellt
Hamburg - In einer Umfrage des "Kicker" über die Zukunft der Dringlichkeitskommission des deutschen Fußballs - der so genannten Task Force - sprachen sich einige führende Köpfe der Bundesligavereine für eine Auflösung der Einrichtung aus. Die Clubchefs Karl-Heinz Wildmoser (1860 München), Eckhardt Rehberg (Hansa Rostock) und Werner Altegoer (VfL Bochum) sowie Manager Peter Pander (VfL Wolfsburg) betonten übereinstimmend, dass sie die Kommission für überflüssig halten.
"Ich habe den Inhalt und den Wert dieser Einrichtung von Anfang an nicht begriffen. Jetzt nach den Vorkommnissen ist sie überflüssig und sollte sich auflösen", begründete Rehberg seine Ansicht. Auch Pander vertritt die Meinung die Arbeitsgruppe habe im Fall Daum versagt. "Task Force? Ich sehe sie nicht, ich höre sie nicht. Es hätte eine sofortige Sitzung dieses Arbeitskreises einberufen werden müssen, solch ein brisantes Thema behandle ich sofort. Die Herren hätten intern in aller Offenheit sprechen und anschließend ein klares Votum pro Daum, für den man sich ja einmal entschieden hat, abgeben müssen. Oder aber sie lassen diese Geschichte ganz sein".
"Löwen"-Präsident Wildmoser urteilte rigoros: "Die Task Force hat noch nie Sinn gemacht und wird auch weiter keinen machen". Selbst Mitglied Klaus Allofs (Manager Werder Bremen) stellte in Frage, ob die Task Force überhaupt noch zweckmäßig wäre, während Altegoer bemängelte, dass sie nicht aus der Gesamtheit der Liga entstanden sei, sondern nur aus erlesenen Vereinsvertretern bestehe.
Dagegen hält DFB-Teamchef Rudi Völler die Einrichtung für eine gute Idee. "Ich finde, die Task Force ist immer noch eine positive Veranstaltung. Man sollte sie nicht einstellen. Die Idee ist gut. Dass die Sachen in den letzten zwei Wochen eskaliert sind, war nicht schuld der Task Force", äußerte "Tante Käthe" nach einer DPA-Anfrage. Unterstützung findet Völler im Clubchef des 1. FC Kaiserslautern, Jürgen Friedrich. "Die Bundestrainer-Frage war Sache des DFB, von Bayern München und Bayer Leverkusen. Erst danach wurde die Task Force installiert zur Leistungssteigerung der Nationalelf. Sie ist keine Quatsch-Runde, sondern hat klare Ziele. Das hat sich nicht geändert". Amtskollege Engelbert Kupka (SpVgg. Unterhaching) regte an, "man sollte nicht kopflos reagieren und alles in Frage stellen", denn für ihn mache die Task Force "sehr wohl Sinn". Auch Bayern-Coach Hitzfeld findet sie gut: "Es ist wichtig, dass man sich an einen Tisch setzt, Probleme anspricht, diskutiert. Dabei kommt schon etwas heraus. Wenn man etwas erreichen will, ist Kommunikation wichtig".