United-Fan vs. ManCity "City ist so aggressiv wie das Römische Reich"
Internetseite www.uniteagainstcity.co.uk: "Die Nachfrage ist überwältigend"
Frage: Herr O'Brien, Ihre Geschichte erinnert an Asterix. Manchester City gehört bald der halbe Stadtteil Eastlands, bloß das Grundstück Ihrer Abschleppfirma nicht.
O'Brien: Zumindest geht City ähnlich aggressiv zu Werke wie das Römische Reich. Sie schwingen den Finanzknüppel und wollen alles Land im Umkreis ihres Stadions kaufen. Und da City Großinvestor ist, haben sie die Stadträte und Zeitungen auf ihrer Seite.
Frage: City will ein Trainingszentrum für rund 120 Millionen Euro hochziehen. Sie stehen im Weg und sind pikanterweise United-Fan.
O'Brien: Das war nicht mein Hauptgrund, warum ich nicht verkaufte. Die Art und Weise war nicht in Ordnung. Sie sagten: "Entweder du verkaufst uns dein Land zu unserem Preis oder wir nehmen es uns!"
Frage: Also riefen Sie United-Fans aus aller Welt dazu auf, Sie zu unterstützen.
O'Brien: Ich erinnerte mich an die "Chelsea Pitch Owners". Ken Bates, der ehemalige Vorsitzende von Chelsea, hatte einst das Stadion Stamford Bridge in kleinen Teilen an die Fans verkauft, um Pfändungen abzuwenden. Als Club-Eigner Roman Abramowitsch Ende 2011 umziehen wollte, war das wegen des Widerstands der "Chelsea Pitch Owners" nicht möglich.
Frage: Wie haben Sie diese Idee für sich genutzt?
O'Brien: Meine Kampagne "Unite against City!" geht so: Von meinen 1600 Quadratmetern Land teilte ich etwa ein Drittel in 5000 kleine Parzellen auf, von denen jedes einen Quadratfuß (ca. 930 Quadratzentimeter, Anm. d. Red.) misst. Diese kleinen Landstücke verkaufe ich für jeweils rund 300 Euro. Eine Enteignung ist viel zu aufwendig, wenn es 5000 Nebenkläger gibt, die alle separat enteignet werden müssten.
Frage: Verdienen Sie an dem Verkauf der Parzellen?
O'Brien: Nein, wenn wir die 5000 Stücke nicht verkaufen, die wir ungefähr benötigen, um ein Enteignungsverfahren zu vermeiden, bekommt jeder sein Geld zurück. Die 300 Euro decken vor allem die Kosten für den Papierkram und die Urkunden, die für jede einzelne Parzelle entstehen.
Frage: Wie läuft der Verkauf?
O'Brien: Die Nachfrage ist überwältigend. Ich denke, wir werden die 5000 recht leicht schaffen. Übrigens sind die Deutschen Spitzenreiter unter den Käufern weltweit. Vor Norwegen und den USA.
Frage: Ist Ihre Kampagne auch eine kleine Rache für die 1:6-Pleite im Derby?
O'Brien: Zumindest ein netter Nebenaspekt. Nachdem City uns geschlagen hatte, war das Ergebnis in Manchester allgegenwärtig. Überall hingen Plakate, und manche Leute wollten sogar ihre Telefonnummer in 016161616 ändern. Hätte ich meine Kampagne direkt nach der Niederlage gestartet, wäre längst alles verkauft.