USA Klose ist Staatsfeind Nummer eins
Ulsan - Coach Bruce Arena hofft, dass Bush kurz vor dem Anpfiff gegen Deutschland anruft. "Das war eine wundervolle Geste für meine Spieler, als er sich vor dem letzten Spiel gemeldet hat", sagte Arena vor einem Spiel, das dem Fußball in den USA zum Durchbruch verhelfen kann.
"Kein Zweifel", schreibt das Fachblatt "Soccer America", "ein Sieg der USA über Deutschland würde das Interesse an Soccer steigern. Der Durchschnitts-Amerikaner würde stolz sein, wenn Red, White and Blue gewinnt. Und Amerikaner sind gut darin, Stolz zu zeigen." Am Mittwoch waren vier Kicker aus Seoul in die "Tonight Show" von Jay Leno zugeschaltet, am Donnerstag holte Kollege David Letterman gleich zehn "via satellite" in seine "Late Show". Sie sollten unter anderem die Kult-Liste der "Zehn Wege, wie man einen Amerikaner für Fußball begeistert" vorlesen - in diese Shows kommen keine Quotenkiller.
Das Boulevardblatt "New York Post" ermunterte seine Leser, "wenigstens so zu tun, als ob sie Soccer lieben". Dazu bot die Zeitung einen "WM-Crash-Kurs" mit Erklärungen über Fifa, Hooligans oder Bicycle-Kick (Fallrückzieher) an, und druckte ein Bild vom deutschen Torjäger Miroslav Klose mit dem Titel: "Der Staatsfeind Nummer eins". Außerdem schrieb das Blatt: "Es ist ein Sport, der keinen interessiert. Bis jetzt."
Fußball ist in den Staaten plötzlich populär, doch Trainer Arena ist eher skeptisch: "Ich hoffe, in einem Jahr ist die Aufmerksamkeit auch noch da." Derzeit wüssten die Leute zu Hause ja nicht einmal, "wo wir am Freitag überhaupt spielen". Und mit seinem Namen könnten sie auch nichts anfangen: "Wenn sie Arena hören, dann denken sie an ein Stadion." Gegen Deutschland, sagt er, "können wir den Respekt gewinnen, den wir verdienen".
Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung der USA: Friedel - Sanneh, Pope, Berhalter - Reyna, O'Brien, Mastroeni, Donovan, Beasley - Mathis, McBride