Verdacht auf Schiebung Freiburg scheitert mit Protest
Frankfurt am Main - "Es ist nicht ohne Zweifel nachgewiesen, dass der Schiedsrichter Jürgen Jansen von den Wettganoven aus Berlin bestochen worden ist", sagte der Vorsitzende Richter Georg Adolf Schnarr. "Der Nachweis für eine Manipulationsabrede ist vom Einspruchsführer nicht annähernd geführt worden", fügte Schnarr hinzu, "das Bundesgericht ist überzeugt, dass Jansen unschuldig ist. Er hat keine Verabredung getroffen, dass er das Spiel verpfeift. Was Robert Hoyzer gesagt hat, sind Vermutungen und Annahmen. Ein Fakt für ein Urteil ist in diesem Zusamenhang nirgends zugegen gewesen."
Das DFB-Sportgericht hatte bereits Anfang März in erster Instanz keine Manipulation der Partie Kaiserslautern gegen Freiburg (3:0) vom 27. November vergangenen Jahres erkennen können. Der derzeit aus dem Verkehr gezogene Bundesliga-Referee Jansen hatte das Spiel geleitet und war vom ehemaligen Schiedsrichter Hoyzer belastet worden.
Die Freiburger, die als Bundesliga-Schlusslicht elf Punkte Rückstand zum rettenden Ufer haben, hatten ihren Protest grundsätzlich mit den Aussagen des Kronzeugen Hoyzer begründet. Dieser hatte erklärt, dass die Begegnung beim FCK Teil einer Kombinationswette gewesen sei. "Es gibt zahlreiche Indizien für eine Manipulation dieser Partie. Hoyzer hat so viele Details zu diesem Thema angegeben, das kann er sich nicht einfach alles ausgedacht haben", kritisierte Freiburgs Anwalt Peter Ouart.
Jansen, der erneut als Zeuge erschienen war, hofft, bald wieder Spiele leiten zu dürfen. "Ich habe nie etwas auf dem Fußballplatz getan, was nicht in Ordnung ist", sagte er. "Wir werden weiter gegen Jansen ermitteln", betonte Horst Hilpert, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, "aber es sieht nach einer Einstellung der Ermittlungen aus. Wann Jansen wieder pfeifen wird, muss das Schiedsrichterwesen entscheiden."