Vertragspoker: Sprecher dementiert Beckham-Aus - DER SPIEGEL
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Vertragspoker Sprecher dementiert Beckham-Aus

In der englischen Nationalmannschaft wurde er schon abserviert, nun soll David Beckham auch bei seinem Verein in Ungnade gefallen sein. Der Vertrag mit dem Kult-Kicker werde nicht verlängert, wird der Sportdirektor des Clubs zitiert. Ein Sprecher Beckhams dementierte jedoch.
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Madrid - David Beckhams angebliches Aus bei Real Madrid sorgt für Verwirrung. Der Fußballstar verhandele weiter mit dem spanischen Rekordmeister, sagte ein Sprecher des Engländers der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Interview von Reals Sportdirektor Predrag Mijatovic sei falsch interpretiert worden, ergänzte er. "Ich habe mit Real Madrid gesprochen, dort sagt man, es gebe Unklarheiten im Interview des Sportdirektors", so der Sprecher. "Es liegt ein Angebot Reals auf dem Tisch, das wir in den kommenden zwei Tagen diskutieren werden."

Die italienische Fernsehstation Sky TG 24 hatte Mijatovic zuvor wie folgt zitiert: "Beckhams Vertrag ist nicht verlängert worden." Schon die Nachrichtenagentur AP meldete aber, es sei unklar, ob Mijatovic damit die Vertragsgespräche mit dem englischen Superstar für gescheitert erklärt habe oder ob eine weitere Runde folgen werde. Mehrere Agenturen gaben zudem den Wortlaut des Telefon-Interviews wieder.

Frage: Wird Beckhams Vertrag verlängert?

Mijatovic: Nein. (Pause) Nein. Beckhams Vertrag ist nicht verlängert worden.

Reals Mediendirektor Gaspar Rosety bestritt auf Nachfrage von Reuters, dass Mijatovic mit Sky Italia gesprochen und diese Aussage macht habe.

Der Kontrakt des 31-jährigen Mittelfeldspielers in Madrid läuft zum Saisonende aus, immer wieder hatte es von Seiten des spanischen Rekordmeisters Versuche gegeben, den Vertrag um zwei weitere Jahre zu verlängern. Gestern setzte Mijatovic jedoch eine Frist und forderte Beckham auf, sich bis zur kommenden Woche endgültig zu erklären.

Der ehemalige Kapitän der englischen Nationalmannschaft war zuletzt unzufrieden mit seiner Reservistenrolle, die er seit der Verpflichtung des neuen Trainers Fabio Capello innehat. Er wolle nur in Madrid bleiben, wenn er auch spiele, hatte Beckham erklärt. Er stand bisher nur in sieben von 25 Ligaspielen der Königlichen von Beginn an auf dem Platz.

Beckham war 2003 vom englischen Premier-League-Club Manchester United nach Madrid gewechselt - für eine Ablöse von 37,5 Millionen Euro. Er galt mit einem Einkommen von 26 Millionen Euro im Jahr (Gehalt und Werbegelder) seit dem Transfer als bestbezahlter Profifußballer der Welt. Die Vertragsverlängerung in Madrid soll vor allem an der Verteilung dieser Werbeeinnahmen gescheitert sein. Bei Real muss der Freistoßspezialist fünfzig Prozent davon an den Club abführen.

Interessierte Vereine sollen Beckham damit geködert haben, seine Imagerechte zu 100 Prozent selbst vermarkten zu dürfen. In diesem Zusammenhang zitierte die englische Zeitung "Sun" vor einem Monat den Spielerberater Enzo Bronzetti mit der Aussage, Inter Mailand wolle den Engländer verpflichten und biete für dessen Dienste ein Jahresgehalt von 8,5 Millionen Euro. Der italienische Meister trennte sich vor kurzem vom portugiesischen Großverdiener Luis Figo, der nach Katar wechselt.

Seine Karriere im englischen Nationalteam war unfreiwillig zu Ende gegangen. Der neue Coach Steve McClaren hatte Beckham nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft (England schied im Viertelfinale gegen Portugal aus) nicht mehr nominiert.

goe/AP/Reuters/sid/dpa

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