VfB Stuttgart: Das Ende der Ära MV naht - DER SPIEGEL
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VfB Stuttgart Das Ende der Ära MV naht

Nach seiner Kritik an VfB-Trainer Rangnick ist der seit 25 Jahren als Präsident amtierende Gerhard Mayer-Vorfelder von allen Seiten im Verein schwer gerügt worden. Es gilt als wahrscheinlich, dass "MV" im Oktober nicht mehr für den Posten des Clubvorsitzenden nominiert wird.
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Stuttgart - "Wir haben dem Trainer den Rücken gestärkt, und dass die Aussagen des Präsidenten nicht gut waren, ist auch richtig. So etwas darf nicht mehr vorkommen", sagte Sportdirektor Karlheinz Förster. Edmund Hug vom VfB-Freundeskreis kritisierte Mayer-Vorfelders Verhalten als "unmöglichen Stil". Der seit 25 Jahren amtierende Vereinsvorsitzende hatte nach der 0:1-Niederlage im Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen die schwache Leistung der Schwaben und insbesondere die späte Einwechslung von Regisseur Krassimir Balakow durch Trainer Ralf Rangnick kritisiert.

Die halbherzige, offizielle Entschuldigung in einer dürren, siebenzeiligen Presseerklärung des Fußball-Bundesligisten am Montagnachmittag nach dem Krisengipfel konnte das zerschlagene Porzellan nicht mehr kitten. Da war von "Missverständnissen" die Rede und einem Eingeständnis Mayer-Vorfelders, dass seine "Äußerungen missverstanden werden konnten". Gleichzeitig erkannte der Vorsitzende kleinlaut Rangnicks "uneingeschränkte Handlungsfreiheit und Verantwortung für die Mannschaft" an.

Ruhe wird bei den nach drei bitteren Niederlagen seit der Winterpause sportlich schwächelnden Schwaben deshalb wohl nicht einkehren. Zumindest so lange nicht, bis die seit Monaten immer wieder zu Konflikten führende Generalfrage Balakow und/oder Krisztian Lisztes für alle Betroffenen befriedigend gelöst ist und sportlich wieder bessere Zeiten kommen.

Kritisch dürfte für Mayer-Vorfelder vor allem das Abrücken aus dem Führungsumfeld sein, zumal inzwischen als sicher gilt, dass der Aufsichtsrat den 66-Jährigen nicht mehr für eine Wiederwahl im Oktober vorschlagen will. "Durch die Bemerkungen, die Mayer-Vorfelder gemacht hat, wird nur die Mannschaft verunsichert", sagte Manfred Haas vom Kontrollausschuss des Aufsichtsrates der "Stuttgarter Zeitung". "Wir müssen diese Dinge klären - und zwar in absehbarer Zeit." Der als einflussreich geltende Hug hielt dem zunehmend stärker in die Schusslinie geratenden Ex-Politiker gravierende Patzer vor. Der Präsident könne doch nicht einfach die Vergangenheit und die Fehler vergessen, die unter seiner Verantwortung in der Transferpolitik passiert seien.

"Da wurden Entscheidungen getroffen, die den Club nun bewegungsunfähig machen", spielte Hug auf teilweise astronomische Gehälter und massenweise Fehleinkäufe an, die in erster Linie auf das Konto des früheren Finanzministers gehen. "Ich frage mich, ob hinter den Vorwürfen des Präsidenten eine unbedachte Reaktion steckt oder eine Absicht. Sollte es eine Absicht sein, wäre das furchtbar", sagte er. Mayer-Vorfelder hat sich vorerst einen Maulkorb auferlegt. Er gebe keine Stellungnahme mehr zu dem Thema ab, sagte der VfB-Boss und verwies auf die "schöne Pressemitteilung" des Vereins.