VfB Stuttgart Müller mimt den Unschuldigen
Stuttgart/La Manga - "Solche Spekulationen sind Blödsinn. Ich habe Karlheinz nichts abgraben wollen", erklärte Müller, dem Förster unterstellt hatte, sich in sportliche Dinge eingemischt zu haben. "Ich bin im Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und in den vielen schweren Momenten der vergangenen Wochen und Monate hatte ich zwangsläufig mit der Mannschaft zu tun", konterte Müller in einem Gespräch mit dem "Sport-Informations-Dienst".
Ex-Nationalspieler Müller, der auch Vorstandsmitglied beim abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart ist, verwies im Trainingslager im spanischen La Manga auf die "Vorbildfunktion" der Vereinsführung: "Wir müssen dieser Aufgabe auch gerecht werden und dürfen der Mannschaft nicht auch noch durch Unruhe im Vorstand ein Alibi geben." So schnell wie möglich müsse eine Lösung gefunden werden, schließlich, so Müller, "sollen sich die Spieler auf den Bundesliga-Start am nächsten Wochenende bei Bayer Leverkusen konzentrieren".
Müller ist als Förster-Nachfolger im Gespräch
Bei der Suche nach einem Nachfolger für Förster, der seine zumindest zu diesem Zeitpunkt überraschende Demission mit mangelnden Kompetenzen im finanziellen Bereich und einer erschwertern internen Zusammenarbeit begründet hatte, ist Müller aussichtsreichster Kandidate. "Hansi ist ja zuletzt oft in dieser Funktion eingesprungen", orakelte bereits der gegenüber dem Aufsichtsrat mit Vorschlagsrecht ausgestattete VfB-Präsident Manfred Haas.
Müller selbst hält sich mit öffentlichen Interessensbekundungen zurück: "In der jetzigen Phase zu diesem Thema eine Stellungnahme abzugeben, wäre nicht richtig." Nach der Rückkehr der Stuttgarter aus Spanien am Montagabend soll eine Sitzung der VfB-Führungsspitze stattfinden.
Der frühere VfB-Profi Reinhold Zech hat ebenfalls Chancen
Bei dem Treffen könnte neben Müller allerdings auch Reinhold Zech ein Kandidat für das vakante Amt sein. Der frühere Stuttgarter Profi war schon einmal im VfB-Vorstand tätig, trat jedoch aus Protest gegen den damaligen und inzwischen nicht mehr amtierenden Vereinschef Gerhard Mayer-Vorfelder zurück.
Zech hatte zuletzt schon Bereitschaft für einem Comeback bei den Cannstättern signalisiert, denen "MV" rund 30 Millionen Mark Verbindlichkeiten hinterlassen hatte: "Wir müssen aufpassen, dass es dem VfB nicht geht wie Borussia Mönchengladbach. Deshalb sind jetzt erfahrene Leute gefragt."