VfL Bochum: Schafstall kommt für Zumdick - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

VfL Bochum Schafstall kommt für Zumdick

Der abstiegsbedrohte Bundesligist VfL Bochum hat Konsequenzen aus der jüngsten Niederlagenserie gezogen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bochum - Rolf Schafstall, 63, soll den VfL Bochum vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga retten. Der frühere VfL-Coach wird den Posten von Ralf Zumdick übernehmen, der bereits am Montagabend von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden war. Schafstall wurde am Dienstagvormittag auf einer Pressekonferenz offiziell präsentiert. Zumdicks Aus beim VfL ist der fünfte Trainerwechsel der laufenden Saison und der 253. seit Bestehen der Fußball-Bundesliga.

"Nach einem intensiven Meinungsaustausch sind wir zu dem Ergebnis gekommen, die Verantwortlichkeit im sportlichen Bereich zu ändern", begründet Altegoer den Trainerwechsel.

Der zuletzt arbeitslose Schafstall war bereits zwischen 1981 und 1986 bei den Westfalen Trainer und hatte 1991 den VfL als Interimscoach vor dem Abstieg bewahrt. Letzte Station des Trainerrentners war Dynamo Dresden im Jahr 1999, wo er unter unrühmlichen Umständen ausgeschieden war. Beim Regionalligisten wurde Schafstall im März 1999 nach nur 57 Tagen im Amt wegen abfälliger Bemerkungen gegen die Bürger aus den Neuen Bundesländern entlassen.

Zumdick, 42, hatte bei den Westfalen im Dezember 1999 die Nachfolge von Interimscoach Bernard Dietz angetreten. Der ehemalige Torwart absolvierte für den VfL 282 Bundesligaspiele und war seit 1982 in Diensten des VfL.

"Es wird eine schöne, schwierige Aufgabe, mit dem VfL die Klasse zu halten", sagte Schafstall, der zunächst bis zum letzten Spieltag am 19. Mai gemeinsam mit den Co-Trainern Frank Heinemann und Lothar Woelk in der Verantwortung steht. Am Samstag im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg wird Schafstall erstmals nach über neun Jahren wieder auf einer Bundesliga-Trainerbank Platz nehmen.

Schafstall, der den Job aus "alter Verbundenheit und persönlicher Freundschaft zum Präsidenten Werner Altegoer" annahm, versprühte bei seiner Vorstellung in Bochum viel Zuversicht. Er will vor allem mit großem Einfühlungsvermögen die sportliche Wende herbeiführen. "Ich werde jetzt nicht die Peitsche heraus holen, sondern viele Gespräche führen. Es geht auch darum, wieder Spaß und Freude zu vermitteln", sagte der Fußballlehrer, der im "Ruhestand" zuletzt "die Rosen im Garten geschnitten und die Meisen gefüttert" hatte.

Mehr lesen über