Vinícius Júnior von Real Madrid: Rassismus-Urteil im spanischen Fußball ausgesprochen - DER SPIEGEL
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Rassismus im spanischen Fußball Haftstrafe auf Bewährung – historisches Urteil nach Beleidigung gegen Vinícius Júnior

Die spanische Liga spricht von einem »Meilenstein im Kampf gegen Rassismus«: Fünf Fußballfans sind verurteilt worden, weil sie Real-Madrid-Star Vinícius Júnior rassistisch beleidigt hatten.
Vinícius Júnior vom spanischen Rekordmeister Real Madrid
Vinícius Júnior vom spanischen Rekordmeister Real Madrid

Vinícius Júnior vom spanischen Rekordmeister Real Madrid

Foto: Alberto Estevez / EPA

In Spanien sind fünf Fußballfans von Real Valladolid zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Sie hatten bei einem Spiel gegen Real Madrid den gegnerischen Superstar Vinícius Júnior rassistisch beleidigt. Laut der spanischen Liga, die das Strafmaß bekannt gab, handele es sich bei dem Gerichtsurteil um einen »beispiellosen Meilenstein im Kampf gegen den Rassismus«.

Demnach wurde in Spanien erstmals ein Urteil gefällt, in dem rassistische Beleidigungen in einem Fußballstadion als »Hassverbrechen« und nicht als »Handlung gegen die moralische Integrität mit erschwerendem rassistischem Faktor« eingestuft worden sind.

Berufsverbot im Bildungs-, Freizeit- und Sportbereich

Zu dem Vorfall war es beim Ligaspiel zwischen Valladolid und Madrid am 30. Dezember 2022 gekommen. Neben der Haftstrafe auf Bewährung wurden die verurteilten Personen unter anderem mit Geldstrafen von bis zu 1620 Euro sowie einem Berufsverbot im Bildungs-, Freizeit- und Sportbereich belegt.

»Die Tatsache, dass sich dieses Urteil ausdrücklich auf Hassverbrechen im Zusammenhang mit rassistischen Beleidigungen bezieht, verstärkt die Botschaft, dass Intoleranz im Fußball keinen Platz hat«, verkündete die spanische Liga. Sie sei »weiterhin entschlossen, mit den Behörden und Vereinen zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass der Fußball ein sicherer, respektvoller und integrativer Raum für alle bleibt«.

Vinícius steht seit einiger Zeit im Zentrum einer Debatte über Rassismus im spanischen Fußball. Immer wieder wurde der Brasilianer zum Betroffenen von rassistischen Schmähungen. Der 24-Jährige wehrte sich mit klaren Worten und kritisierte auch die Liga: »Rassisten kommen immer noch in die Stadien, um den besten Klub der Welt aus der Nähe zu sehen, und La Liga tut weiter nichts«, schrieb Vinícius nach dem Vorfall in Valladolid in den sozialen Medien. Liga-Chef Javier Tebas wehrte sich damals gegen den Vorwurf der Untätigkeit: Die Liga kämpfe seit Jahren gegen Rassismus, schrieb Tebas auf Twitter und an Vinícius Júnior gerichtet: »Es ist sehr bedauerlich, unfair und nicht wahr, öffentlich zu behaupten, die Liga tue nichts gegen Rassismus. Informiere dich mal besser.«

Seit dem Spiel gegen Valladolid 2022 gab es weitere Fälle von Rassismus gegen Vinícius. Allmählich scheint sich aber etwas zu tun. Drei Anhänger des FC Valencia, die den Starspieler im Mai 2023 verbal attackiert hatten, wurden im Juni 2024 zu Freiheitsstrafen von acht Monaten auf Bewährung verurteilt, außerdem erhielten sie ein zweijähriges Stadionverbot für die spanische Liga sowie Partien des spanischen Fußballverbandes RFEF.

mrk/sid