Vogts-Beschimpfung Keine Strafe für Jancker
München - Ein Fall von emotionaler Verwirrung: Anstatt sich über sein 1:0 gegen Bayer Leverkusen zu freuen, stürmte Carsten Jancker wutschnaubend auf Berti Vogts zu und brüllte ihm den Satz entgegen: "Vogts, du Arschloch." Nach dem Spiel kam Jancker wieder einigermaßen zu Sinnen und entschuldigte sich beim Ex-Bundestrainer. Die Verbalattacke wird daher wohl keine Konsequenzen für ihn haben.
Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld übte nur leichte Kritik an seinem Stürmer: "Was Carsten gemacht hat, hat mich schon gestört. Aber es ist eine Angelegenheit zwischen Jancker und Berti Vogts", sagte er vor der Abreise nach London. Dort müssen die Bayern am Dienstag gegen Arsenal (20.45 Uhr, Live-Ticker bei SPIEGEL ONLINE) antreten.
Da sich Jancker beim Leverkusener Coach entschuldigt habe, verzichtet Hitzfeld auf Strafmaßnahmen für Jancker. "Damit ist der Fall für mich abgehakt." Vogts sagte nach dem Spiel, dass die Angelegenheit mit Janckers Entschuldigung aus der Welt sei. "Ich stehe da drüber. Er ist halt ein junger, temperamentvoller Spieler."
Die Verbal-Attacke ist offenbar Folge von Janckers gekränkter Eitelkeit. Wahrscheinlich hat er dem Ex-Bundestrainer bis heute nicht verziehen, dass er nicht mit zur WM 1998 durfte. Vogts hatte sich damals für den Kaiserlauterer Stürmer Olaf Marschall entschieden und Jancker damit eine Absage erteilt.