Vorfreude Ronaldinho heiß auf Mini-WM
Leverkusen - "Ich bin motiviert, hier alles zu geben", sagt Ronaldinho und verspricht vollen Einsatz für den Konföderationen-Cup, in den die Brasilianer am Donnerstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Leipzig mit dem Duell gegen Europameister Griechenland einsteigen.
"Danach habe ich dann vier Wochen Urlaub, die ich ausgiebig genießen möchte", so der Mittelfeldspieler, der den FC Barcelona nach sechs Jahren ohne Titel zur spanischen Meisterschaft geführt hatte. Daraus schöpft er seine Kraft für die Mini-WM, denn er gibt zu, dass er nach der langen Saison "schon ganz schön ausgelaugt ist." Aus diesem Grund durfte sich Ronaldinho gestern auch im Schwimmbad der Leverkusener BayArena entspannen, während seine Nationalmannschafts-Kollegen trainieren mussten.
Das Turnier in Deutschland ist dennoch keine lästige Pflichterfüllung für den Weltmeister von 2002. "Wir bereiten uns hier konzentriert auf ein großes Turnier vor. Zudem besteht die Chance, schon ein Jahr vor der WM sich an das Ambiente zu gewöhnen", sagt Ronaldinho und bestätigt die Wichtigkeit des Turniers, in dem sich die Brasilianer auch für die zuletzt erlittene 1:3-Schlappe in der WM-Qualifikation gegen Argentinien rehabilitieren wollen.
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"Wir müssen unsere Fehler aus dem Argentinien-Spiel abstellen und vor allem dem Gegner weniger Raum lassen. Aber unser Vertrauen ist trotz der Niederlage weiter groß", erklärt der 25-Jährige, der gegen Griechenland zusammen mit Kaka das Spiel der Südamerikaner antreiben soll.
"Ich möchte in Europa spielen, international bekannt werden wie Ronaldo und träume zudem vom WM-Titel", hatte Ronaldinho vor Jahren den Weg schon angekündigt, den er anschließend beschritt. Einen Weg, den er auch Lukas Podolski vom Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln zutraut. "Ein wunderbarer Spieler. Frech, technisch stark. Lukas wird bald sicher für einen großen Klub in Europa spielen", sagte Ronaldinho dem Kölner "Express" und prophezeit dem Shootingstar eine große Zukunft.
"Ich verfolge die Spiele der 1. und 2. Liga, weiß, wer die Tore schießt und bekomme viele Informationen von unseren Nationalspielern, die in der Bundesliga tätig sind", sagte der in Restinga, einem Armenviertel der Millionenstadt Porto Alegre, groß gewordene Brasilianer, über sein Interesse am deutschen Fußball.
Ganz geradlinig verlief die Karriere des Fußball-Künstlers aber nicht. Bei seinem Wechsel zum FC Paris St. Germain musste der Weltverband Fifa den Ablösestreit zwischen Gremio Porto Alegre und dem französischen Erstligisten schlichten. An der Seine wurde Ronaldinho schließlich aber nie richtig glücklich und seit kurzem haben ihn sogar die französischen Steuerfahnder wegen angeblicher Handgeldzahlungen auf ein Schweizer Nummernkonto im Visier.
Nach seinen drei Toren beim WM-Triumph der Brasilianer 2002 folgte noch ein weiteres Jahr beim PSG, ehe ihn der FC Barcelona für 28 Millionen Euro dem englischen Premier-Ligisten Manchester United vor der Nase wegschnappte. "Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, irgendwo anders zu spielen als bei Barcelona", sagt der Lockenkopf und kündigt an, seinen Fünf-Jahres-Vertrag bei Barça erfüllen zu wollen. Dort könne er seinen Fußballstil ausleben. "Mein Wunsch ist es, die Zuschauer zu unterhalten. Wenn ich weiß, dass der Fan zufrieden nach Hause geht, bin ich es auch", sagt Ronaldinho.