Wechsel-Hickhack: Lehmann entscheidet sich bald - DER SPIEGEL
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Wechsel-Hickhack Lehmann entscheidet sich bald

Lange wird er nicht mehr warten: Nationaltorwart Jens Lehmann will Anfang Januar über einen Vereinswechsel im Winter entscheiden. Der Schlussmann des Premier-League-Clubs FC Arsenal bestätigte, dass er verschiedene Angebote prüfe.
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London - "Ich sollte in gut einer Woche Näheres wissen, um dann in den ersten Tagen des neuen Jahres die Entscheidung zu treffen", sagte Jens Lehmann in einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel". Der 38-Jährige bestritt, aktiv nach einem neuen Arbeitgeber zu suchen. Er erklärte jedoch, dass er Angebote mehrerer Vereine sondiere: "Ich habe mir etwas angehört. Ich kann dazu im Moment aber noch nichts Konkretes sagen."

Über die Vereine, die er in Betracht zieht, wird derzeit heftig spekuliert. Ein Wechsel innerhalb der Premiere League zu Manchester City käme "vielleicht" für ihn in Frage, "aber ich habe da mit niemandem gesprochen". Bundesligist VfL Wolfsburg habe seines Wissens nach Arsenal-Trainer Arsène Wenger kontaktiert. Konkrete Angaben wollte Lehmann jedoch öffentlich nicht machen, es sei alles "ein schwebender Zustand". Auch sein Ex-Club Borussia Dortmund könnte nach der Operation von Roman Weidenfeller Interesse haben. Ein Transfer würde vermutlich Lehmanns Chancen verbessern, auch bei der Europameisterschaft im kommenden Jahr im Tor der deutschen Nationalmannschaft zu stehen. Vor einigen Wochen hatte er angedeutet, dafür notfalls sogar in die zweite Bundesliga wechseln zu wollen.

Dennoch ist der Torhüter davon überzeugt, als Nummer eins in die EM zu gehen: "Ich werde bei der EM spielen." Er verwies dabei auf "bestimmte Fakten", die für ihn sprächen. Lehmann zitierte die Worte seines Nationalmannschafts-Kollegen Per Mertesacker, wonach viele Torhüter Bälle halten könnten, aber die Abwehr richtig in Stellung zu bringen, das könnten weniger erfahrene Torhüter nicht. "Das ist ein Pluspunkt, den die anderen so schnell nicht aufholen können. Sie wissen noch nicht, wie es geht", sagte Lehmann: "Dazu kommt, dass ich ziemlich komplett in meinen Fähigkeiten bin."

Über seine Konkurrenten im Tor der Nationalmannschaft, Timo Hildebrand vom FC Valencia und Robert Enke von Hannover 96, sagte Lehmann: "Vielleicht sind sie handwerklich irgendwann besser als ich. Sie können aber nicht innerhalb des nächsten halben Jahres das Spielverständnis aufholen, was ich ihnen voraus habe."

Lehmann ist beim FC Arsenal seit einigen Monaten lediglich noch Schlussmann Nummer zwei - hinter Manuel Almunia. Der Spanier sicherte seinem Team gestern den 2:1-Erfolg im Ligaspiel gegen Tottenham. Eigentlich hatte sich der Nationaltorhüter als Ziel für diese Saison vorgenommen, erneut ins Champions-League-Finale einzuziehen. "Wegen dieses Spiels bin ich hiergeblieben", sagte Lehmann. Er habe noch " etwas gutzumachen", nachdem er beim 1:2 im Champions-League-Finale 2006 gegen den FC Barcelona vom Platz gestellt worden war. "Nur langsam frage ich mich, ob ein weiteres Champions-League-Finale überhaupt noch drin ist für mich", sagte Lehmann.

Über seine Beziehung zu Arsenal-Trainer Wenger erklärte der Keeper: "Privat habe ich auf jeden Fall ein gutes Verhältnis zu Wenger, außerhalb des Fußballs." Jedoch bemängelte Lehmann, dass sein Trainer bei der Leistung Almunias andere Maßstäbe anlege. "Bei mir war er superkritisch, ich musste alles halten, bei jeder Kleinigkeit gab es Kritik. Und das ist bei meinem Konkurrenten offenbar anders", sagte der 51-fache Nationalspieler.

Diese Kritik prallt an Wenger aber offensichtlich ab. "Ich bin nicht in der Situation, mich gegenüber Jens Lehmann schlecht zu fühlen. Er ist zu 200 Prozent Profi, aber wir haben drei sehr gute Torhüter und die zwei, die nicht spielen, fühlen, dass ich meine Entscheidungen nicht rechtfertige", sagte der Arsenal-Coach. Er lobte Almunia: "Manuel hatte noch keinen Namen, als er zu Arsenal kam. Diesen in einem großen Club zu entwickeln, ist schwierig, aber er hat hart gearbeitet und macht sich derzeit einen Namen durch seine starken Auftritte."

wit/sid/dpa